So macht Hoffenheim Spaß!
Geschrieben von: Jonas Keinert   
Donnerstag, den 27. September 2012 um 07:54 Uhr

Johnson-260912-1Die TSG gewinnt 3:0 beim VfB Stuttgart

 

Dieses Mal war alles anders. Noch nie war das badisch-schwäbische Derby zwischen 1899 Hoffenheim und dem VfB Stuttgart ein Kellerduell. Und noch nie zuvor konnte die TSG gegen den Nachbarn gewinnen. Im neunten Anlauf gelang endlich ein Sieg gegen die Schwaben in einem Pflichtspiel.

Die TSG erwischte einen glücklichen Start. Markus Babbel schickte die gleiche Elf ins Rennen, die drei Tage zuvor schon Hannover 96 besiegt hatte. Der VfB vergab gleich zu Beginn zwei hochkarätige Chancen durch Sakai (1.) und Ibisevic (3.). Danach nahmen die Kraichgauer das Heft in die Hand.

Mit einer klasse Einzelleistung brachte Takashi Usami die TSG in der 5. Minute in Führung. Für den Japaner war es bereits das zweite Saisontor. "Am Anfang hatten wir das Quäntchen Glück auf unserer Seite", fand auch Trainer Markus Babbel nach dem Spiel, "als Ibisevics Ball knapp am Pfosten vorbei ging. Dann sind wir besser ins Spiel gekommen und das ist aufgegangen, was wir uns vorgenommen hatten: aggressiv sein, lauffreudig sein und trotzdem Fußball zu spielen. Das haben meine Jungs sehr gut umgesetzt und es immer wieder verstanden, einfach zu spielen und gut zu kombinieren. Wir sind durch eine super Einzelleistung von Takashi in Führung gegangen."

Danach kontrollierte die TSG die Partie und kam zu einigen weiteren guten Chancen. Auffällig war vor allem, dass sich die TSG spritziger zeigte, als zum Saisonstart und ihr Tempo in der Abwehr über weite Strecken durchhielt. "Wir sind dann gut aus der Halbzeit gekommen und haben Gott sei Dank gleich das 2:0 nachlegen können", so Babbel.

Neuzugang Joselu von Real Madrid kam in der 47. Minute zu seiner Torpremiere für 1899 Hoffenheim und erzielte nach klasse Vorarbeit von Usami in einem Konter den zweiten Treffer. Es war zugleich das erste Stürmertor der TSG in der laufenden Saison. "Dann hat es die Mannschaft sehr gut verstanden, Ball und Gegner laufen zu lassen, gut zu verteidigen, kompakt zu sein und trotzdem nicht passiv", erklärte Babbel den weiteren Spielverlauf. "Das war der Schlüssel zum Erfolg. Wir haben mutig nach vorne verteidigt und auch noch das 3:0 nachlegen können. Es freut mich, dass wir auch mal zu null gespielt haben. Wir haben doch viele Gegentore einstecken müssen. Die Chancen, die sich geboten haben, haben wir für unsere Verhältnisse sehr gut genutzt."

Fabian Johnson legte in der 58. Minute den dritten Treffer nach und besiegelte das Schicksal des VfB an diesem Abend. Schnell, aggressiv, torgefährlich: So macht das Spiel der Hoffenheimer Spaß! "Wenn man sich das Spiel über 90 Minuten anschaut, war es ein verdienter Sieg", lautete Babbels Fazit.

Die TSG klettert damit aus dem Tabellenkeller von Rang 17 auf Platz 11, der VfB Stuttgart rutschte dagegen von Platz 16 auf Platz 17 und steckt weiter mitten in der Krise. "Mit dem Wort Krise kann ich nichts anfangen", sagte Markus Babbel nach der Partie. "Natürlich sind wir sehr schlecht in die Saison gestartet, aber mir war klar, wenn wir ein Erfolgserlebnis haben und das Selbstvertrauen zurückkommt, sehr gut Fußball spielen können. Wir dürfen nicht den Fehler begehen und glauben, jetzt läuft alles automatisch. Die Siege sind verbunden mit einem extrem hohen Aufwand. Die Mannschaft hat eine klasse Leistung gezeigt und das ist der Schlüssel. Anders wird es für uns extrem schwer und das haben wir auch gesehen."

 

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