Vukcevic: TSG wusste vom ersten Unfall vor zwei Jahren
Geschrieben von: Daniel Ernst   
Samstag, den 06. Oktober 2012 um 08:27 Uhr

Vukcevic-290812-01Der  Hoffenheimer Profi hatte bereits vor zwei Jahren einen Autounfall durch Unterzucker

Boris Vukcevic hatte bereits vor zwei Jahren einen Autounfall durch Unterzuckerung. In Hoffenheim war das bekannt. "Wir hatten von dem damaligen Unfall Kenntnis. Es gab ein Ermittlungsverfahren, und es wurde ein ärztliches Gutachten erstellt mit dem Ergebnis, dass Boris Vukcevic seine Fahrerlaubnis behalten durfte“, sagte TSG-Pressesprecher Holger Tromp.

Der Hoffenheimer Profi war im Oktober 2010 auf der A6 von Sinsheim Richtung Heilbronn unterwegs. Bei Bad Rappenau hatte er dann mehrfach die Leitplanke am rechten Fahrbahnrand gestreift. 1,3 Kilometer weiter war er dann mit seinem Audi A5 ungebremst in den Anhänger eines Lasters gekracht. Vukcevic kam mit Unterzucker ins Krankenhaus, konnte aber wohl schnell wieder entlassen werden.

Welche Rolle die Diabeteserkrankung des Profis beim Unfall in der vergangenen Woche gespielt hat, wird noch untersucht.   

1899 Hoffenheim äußerte sich zuletzt am Mittwoch zum Gesundheitszustand von Boris Vukcevic. Seit Montag habe sich aber die Situation "leicht stabilisiert", so der Verein in einer Mitteilung. Genauere Ausführungen wurden nicht gemacht. Der 22-jährige sei "weiterhin in kritischem Zustand" und "liege im Koma".

Liegt ein Patient im Koma, so haben die Ärzte in der Regel keine Möglichkeit, ihn aufzuwecken. In diesen Fällen kann man meist nur abwarten. Boris Vukcevic bekommt zwar weiterhin Medikamente um ein plötzliches, nicht gewolltes Aufwachen zu verhindern. Allerdings gehen die Ärzte der Heidelberger Uniklinik zurzeit davon aus, dass er auch ohne diese Medikamente nicht aufwachen würde. 

Die Eltern von Boris Vukcevic waren am Mittwoch im Trainingszentrum in Zuzenhausen zu Gast und konnten hier mit Manager Andreas Müller und Trainer Markus Babbel sprechen. In einer Mitteilung des Vereins werden sie mit den Worten zitiert: „Auch uns bleibt derzeit nur die Hoffnung, dass Boris es packt. Er kämpft und das lässt uns hoffen. Wir sind so unglaublich dankbar für die beispiellose Anteilnahme in den letzten Tagen. Vor allem die großartige Unterstützung der Fans am Samstag im Stadion hat uns sehr berührt.“

Vukcevic war am frühen Freitagnachmittag auf der B45 zwischen Bammental und Mauer auf die Gegenfahrbahn geraten und mit seinem Mercedes AMG nahezu frontal in einen Kieslaster geprallt. Die Heidelberger Polizei hat am Dienstag die Untersuchung der Fahrzeuge abgeschlossen. Ein Gutachter hatte sich am Montag das Auto von Boris Vukcevic angesehen. Auch die Unfallstelle an der B45 zwischen Bammental und Mauer war erneut vermessen worden. Zu welchen Ergebnissen die Experten gekommen sind, teilte die Polizei nicht mit. Der Zucker-Computer von Boris Vukcevic und das sichergestellte Diabetiker-Tagebuch werden von den Ermittlern noch ausgewertet. Die genaue Unfallursache wird wohl erst in einigen Wochen feststehen.

Weitere Berichte zum Unfall von Boris Vukcevic:

 

Boris Vukcevic schwebt in Lebensgefahr

Keine Spielverlegung beantragt 

Pressemitteilung der TSG 1899 Hoffenheim

Pressemitteilung der Heidelberger Polizei

 

 

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