Tanner: Berater sind das Grundübel in Hoffenheim
Geschrieben von: Jonas Keinert   
Donnerstag, den 20. September 2012 um 08:17 Uhr

Tanner-030812-1Ex-Manager Tanner über die TSG

 

Unter der Woche war Ernst Tanner in Walldorf, um endgültig umzuziehen und das Kapitel 1899 Hoffenheim hinter sich zu lassen. Bei Red Bull Salzburg hat Hoffenheims ehemaliger Manager einen neuen Job gefunden. Er soll die Nachwuchsförderung aufbauen. In einem Interview des Portals "fussball.de" spricht Tanner nun noch einmal ausführlich über seinen Ex-Klub.

"In Hoffenheim ist das Projekt von einer Person abhängig und man kann im Prinzip von einem Mäzenatentum sprechen", beschreibt Tanner den Unterschied zu Red Bull Salzburg. Tanner sieht die Spielerberater als "Grundübel" von Hoffenheim: "Wir waren aus meiner Sicht schon auf einem ordentlichen Weg, aber es war auch für uns zu der Zeit schon schwierig, wenn man ständig von Kräften aus dem Hintergrund, vornehmlich Berater, die ihre eigenen Interessen vertreten und nicht die des Klubs, Knüppel zwischen die Beine geworfen kriegt. Das ist eigentlich das Grundübel in Hoffenheim."

Spielerberater Roger Wittmann ist laut Mäzen Dietmar Hopp ein "Freund" des TSG-Gesellschafters. Seine Agentur "Rogon" hat zahlreiche Spieler bei der TSG unter Vertrag. Der neue Manager Andreas Müller war nach seinem Rauswurf bei Schalke 04 ebenfalls als Spielerberater tätig, hat seine Tätigkeit nach eigener Aussage aber mit Dienstantritt bei der TSG niedergelegt.

Tanner glaubt, der Verein müsse unabhängig von Beratern bleiben. "Er muss selber entscheiden können und darf sich nicht in die Abhängigkeit irgendwelcher Berater geben, die wie gesagt nur ihre eigenen Interessen im Sinn haben." Hoffenheim sei prinzipiell gut aufgestellt. Der Verein "muss aber autonom geführt werden und die Entscheidungen müssen auch wirklich von der Geschäftsleitung gefällt werden", sagt der Manager.

Tanner sieht in der Transferpolitik mit den Verpflichtungen um Delpierre, Wiese, Derdiyok, Ochs oder Joselu in diesem Sommer einen Kurswechsel der TSG: "Wir hatten zuletzt einen ganz anderen Auftrag. Nämlich die Financial-Fairplay-Richtlinien zu erfüllen und nach und nach die Jugend einzubauen. Schließlich kann nur das bei einem Verein Nachhaltigkeit erzeugen und Identifikation in der Region stiften. Da waren wir auf einem sehr guten Weg. Das wurde in dieser Saison aber nun völlig über den Haufen geworfen."

 

Kommentare 

 
+1 #13 Ralf TSG 2012-09-24 14:54
Alle die über Tanner gemeckert haben, loben ihn auf einmal,schon merkwürdig. Was ich hier lese erzeugt bei mir nur Kopfschütteln. Wer hat den Spieler wie Eduardo, Demba Ba,Gustavo etc, entdeckt.Das war nicht die Fa.Rogon sondern zum großen Teil Christian Möckel, falls ihn noch einer kennt.Der wurde ebenfalls weggelobt und arbeitet sehr erfolgreich in Nürnberg (siehe Tabellenplatz). Die Spieler die jetzt gewinnbringend verkauft wurden gehen auf das Konto von Tanner und sonst niemand. Ernst Tanner hat nur das gemacht was ihm vorgegeben wurde. Wenn er den Kurs von M.Babbel hätte einschlagen dürfen, würden jetzt auch andere Spieler hier spielen.
 
 
+5 #12 Roger W. 2012-09-21 08:59
Lest euch mal die früheren Kommentare (besonders diese über die Stani-Entlassung)durc h! Hoffe euch geht nun ein Licht auf!
 
 
+36 #11 Der Kritiker 2012-09-20 16:11
@HoffeMeister

Hat er bestimmt intern getan. Deswegen musste er ja gehen.
 
 
+38 #10 Udos Erbe 2012-09-20 16:03
Ernst Tanner war sicherlich als Manager nicht die richtige Besetzung. Er ist der optimale Nachwuchskoordi nator. Das sieht er wahrscheinlich auch so. Was er sagt, trifft aber zu 100 Prozent zu. Denn eines ist bei Tanner klar: Er sagt seine Meinung, spricht Dinge offen an und steht dazu. Er ist ein aufrichtiger Geist in einem verlogenen Geschäft.

Dass mit Alex Rosen nun auch noch der kompetenteste Mann für den Nachwuchs weggeht, bereitet einem wirklich Sorgen. Konzeptionell ist 1899 Hoffenheim endgültig am Ende.
 
 
-18 #9 Kopfschuettler 2012-09-20 14:45
Dietmar Hopp hatte schon immer ein grosses Team an Beratern um sich. Er war immerhin Informationstec hniker. Die leute, die ihn beraten hatten, haben auch dazu beigetragen das Hoffenheim in die erste Liga gestiegen ist. Als damals Spieler geefunden worden sind wie Carlos Eduardo und Luiz Gustavo hat niemand über Rogon geschimpft. Erst jetzt wo es nicht gleich nach zwei Jahren um Meisterschaften gespielt wird, suchen alle einen Bauernopfer.
Die Spielerberater wollen selbstverständl ich profitieren, und Gewinne erzielen, aber unabhängig davon sind sie Kaufmänner, die die grössten Stars vertreten wollen, und die grössten Deals an den Tisch bringen. Erwachsene Menschen die in der Arbeitswelt existieren wissen ganz genau, das wenn ein Spielerberater 3-4 schlechte Deals an den Tisch bringt, er genauso schnell ersetzt wird wie ein Trainer im Verein.
Wenn Media Markt dir ein überteuertes PC verkauft.... ist es Media Markt, die Verschwörungsth eorien verbirgt, und das ultimative Böse der Welt? Oder bist du einfach nur der Depp, der zu viel Geld ausgibt für ein Produkt den man anderswo hätte günstiger kaufen können?
 
 
+34 #8 Dominique 2012-09-20 14:22
Wer weiß wie lange diese ganze "Rogon-Verschwörung" schon läuft? Vielleicht war es Wittmann, der Luiz Gustavo (Rogon-Spieler) beim FCB untergebracht hat. Vielleicht haben wir deshalb Rangnick verloren. Vielleicht steht musste durch Wittmann Tom Starke gehen, da Wiese (Rogon-Spieler) ablösefrei war und Wittmann ihm nochmal einen "großen" Vertrag bei uns ausgehandelt hat. Wie lief das damals mit Demba Ba? Wie lief das mit Tanner, Stanislawski? Man kann NICHTS mehr glauben !
 
 
-18 #7 Ralle 2012-09-20 13:28
Ach Leute, noch vor einem halben Jahr hat die große Mehrheit "nieder mit Ihm " geschrien und jetzt so was.
Der soll seinen Job bei den Ösis ordentlich machen, froh über seine wahrscheinlich viel zu hohe Abfindung sein und sich raushalten!
 
 
+53 #6 Ernie 2012-09-20 11:29
Ok Herr Tanner Sie waren als Manager auch nicht gerade das gelbe vom Ei und von Anfang an eine Fehlbesetzung, aber was Sie zu den Beratern sagen ist einleuchtend. Mir hat man mal beigebracht nicht mit Freunden zu dealen, weil immer die Gefahr besteht ausgenutzt zu werden. Ich achte Herrn Hopp sehr verstehe aber nicht, dass er sich mit absoluten Egoisten zusammenarbeite t die nicht, so wie er selbst, die TSG im Herzen tragen sondern lediglich versuchen eigene Interessen gewinnbringend zu plazieren. Das sind allem Anschein nach die nimmersatten Maden im Speck der TSG, Aasgeier die am Ende nur noch den nackten Knochen liegen lassen.
 
 
+77 #5 Wolfgang S. 2012-09-20 11:19
Tanner hat leider Recht.

Ich möchte nicht wissen, was Hopp's "Freunde", die Berater den Verein schon an Geld gekostet haben.

Und nun kommt Müller, der wahrscheinlich auch wieder nur an seine eigenen Interessen denkt in finanzieller Hinsicht.

Ich verstehe Hopp nicht, baut einen Weltkonzern SAP auf und lässt sich bei der TSG wie ein Tanzbär durch die Manege ziehen - kopfschüttel ohne Ende bei mir.
 
 
-32 #4 HoffeMeister 2012-09-20 10:31
Jetzt kommt er als der große Kritiker des Systems daher aber warum hat er die Dinge nicht so klar angesprochen, als er selber noch in der Position des Managers war
 
 
+57 #3 Daniel B. 2012-09-20 10:00
Endlich mal wieder NEWS denen man wirklich glauben schenken kann und die wohl 100% Wahrheitsgehalt beinhalten.
 
 
-15 #2 Arnold Maier 2012-09-20 09:57
Stimmt das wirklich was Tanner sagt ? Ich kann es nicht glauben, weil ich fest
an Dietmar Hopp glaube.
Ich bin davon überzeugt, daß DH nicht nur hochintelligent , sondern auch charakterstark genug ist, um solchen Machenschaften, wie von Tanner angedeutet, entgegenzutrete n.

Gut wäre es, wenn DH eine Stellungnahme hierzu abgäbe. Eine Klärung haben die treuen und inzwischen geduldigen Mitglieder und Fans unserer geliebten TSG verdient.
 
 
+74 #1 TSG Berater 2012-09-20 09:25
Endlich werden die Übeltäter beim Namen genannt. Danke, Herr Tanner!
 

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Texte: Jonas Keinert, Rebekka Wilke, Wolfgang Brück, Roland Karle, Achim Wittich, Joachim Klaehn, Daniel Ernst
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