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| Die feine englische Art? |
| Geschrieben von: Jonas Keinert |
| Montag, den 03. September 2012 um 10:24 Uhr |
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Die Reaktion von Markus Babbel war heftig, als Tim Wiese von Bundestrainer Joachim Löw nicht für das Länderspiel gegen Argentinien nominiert wurde. "Respektlos" fand Babbel das Verhalten des Bundestrainers, "keinen Anstand" habe es gehabt, nur den Co- und den Torwarttrainer zu schicken, um Wiese seine Aussortierung aus dem Kader zu verkünden. "Wir sprechen hier nicht von einem 20-jährigen Schulbuben, der jetzt einmal nicht eingeladen wird, sondern von einem gestandenen Spieler", sagte Babbel damals über Wiese und dessen Ausbootung. "Da erwarte ich einen anderen Umgang. Das macht man nicht." Nun steht Markus Babbels Umgang mit seinen eigenen Spielern im Fokus. Ex-Kapitän Andreas Beck strich Babbel am Freitag - wie Löw Wiese - aus dem Kader. Kommentarlos. Ein Gespräch gab es vorher nicht. Beck stiefelte freitags in die Kabine und sah seinen Namen nicht auf der Kader-Liste für das Debakel gegen Frankfurt. Nicht einmal für die Ersatzbank reichte es. Babbel redete zwar nicht mit, dafür aber öffentlich über Beck. "Andi macht zu viele spielentscheidende Fehler", erfuhr Beck die Meinung seines Trainers freitags aus der Presse. Nun kann man über die Leistung des rechten Verteidigers zweifellos diskutieren. Beck bleibt seit Monaten weit hinter seinen Möglichkeiten. Sportlich mag die Entscheidung Markus Babbels richtig sein. Doch andererseits muss man dem Blondschopf zugute halten, dass er sich in seiner zweijährigen Amtszeit als TSG-Kapitän stets in den Dienst des Vereins und der Mannschaft stellte. Wie sagte Babbel über Löw und Wiese: "Fachlich und sportlich will ich dazu kein Urteil fällen. Das ist die Entscheidung des Bundestrainers. Aber Das Verhalten des Bundestrainers in dieser Angelegenheit ist einfach eine Katastrophe. Ich finde das charakterlich schwach." Der Hoffenheimer Trainer darf sich nun nicht beschweren, wenn man ihm ein ähnlich dürftiges Zeugnis im Fall Beck ausstellt. "Andi Beck ist das Gesicht von Hoffenheim", sagte noch vor einem Jahr Gesellschafter Dietmar Hopp. Beck machte jede Werbe-Tour der TSG mit, stellte sich im Gegensatz zu anderen auch bei Niederlagen und schwarzen Serien stets der Öffentlichkeit. Schießt man so einen Spieler öffentlich an, streicht ihn einen Tag später kommentarlos aus dem Kader und verpflichtet noch am selben, dem letzten Tag der Transferperiode mit Patrick Ochs einen weiteren rechten Verteidiger für Becks Position ohne mit seinem Ex-Kapitän ein Wort zu reden? Bisher fiel Markus Babbel - beispielsweise bei Dominik Kaiser oder Ryan Babel - im Kraichgau eigentlich dadurch auf, dass er Spielern von Anfang an klar seine Meinung mitteilte, auch wenn diese unangenehm ist. Das Verhalten im Fall Beck passt daher eigentlich nicht in Babbels bisheriges Auftreten im Kraichgau. War es also ein Fauxpas Babbels, oder der Versuch, einen neuen Reiz zu setzen? Fair bewerten kann man dies erst nach einigen Wochen. In der "SWR"-Sendung "Sport im Dritten" erklärte Babbel am Sonntag sein Verhalten: "Es war bewusst gemacht, um ihn mal zu reizen. Er ist ein Typ, der sehr ruhig ist. Ich wollte ihn da einfach auch mal reizen. Werden wir sehen, ob es geholfen hat. Heute früh habe ich mit ihm gesprochen über meine Beweggründe. Das wollte ich am Freitag nicht machen. Ich wollte ihn mit der Tatsache konfrontieren und bin gespannt, was für eine Reaktion kommt." Das klingt zwar ganz gut, doch welche Reaktion erwartet Babbel denn? "Das Schlimme ist: Ich kann Andi im Training nichts vorwerfen", sagte Babbel im "SWR", ohne zu erläutern, was daran schlimm ist, wenn ein Profi im Training alles gibt. "Er gibt immer hundert Prozent Gas. Aber im Spiel macht er mir zu viele Fehler. Das habe ich ihm heute auch nochmal gesagt. Im Training gibt es nichts zu kritisieren. Aber im Spiel muss er zuverlässiger werden. Die Kritik war da, aber ich habe auch gesagt, dass er ein Top-Profi ist. Er tut alles für seinen Beruf. Er muss über 90 Minuten hochkonzentriert seine Position ausfüllen." "Ich war schon leicht irritiert, dass kein persönliches Gespräch stattgefunden hat", sagte Beck der "RNZ". Am Sonntag holte Babbel das Gespräch unter vier Augen nach, um die Situation aufzulösen. Nach der schwachen Leistung von Stephan Schröck und seiner anschließenden Gelb-Roten Karte, erwarten nun nicht wenige Neuzugang Patrick Ochs in zwei Wochen in Freiburg in der Startformation. "Andi weiß, es ist noch ein Spieler dazugekommen, der seine Position spielen kann", so Babbel bei "Sport im Dritten". "Wir werden sehen, wer sich durchsetzt." |
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Kommentare
Er gehört aus dem Kader, desshalb ist diese Entscheidung völlig richtig!
Aber..dass der Trainer es ihm nicht gesagt hat, das ist nicht richtig.
Klar, wurde es mal Zeit, dass Beck nicht dabei ist, aber man muss es ihm auch Mitteilen, so motiviert es ihn vielleicht sich anzustrengen.
Aber wenn er es irgendwo erfährt und nicht vom Trainer, kein Wunder, dass dann die Spieler irgendwann keine Lust mehr haben.
Wenn Beck am Freitag tatsächlich um die Freigabe gebeten hatte (darauf deutet der kurzfristige Transfer von Patrick Ochs jedenfalls hin), dann war es nur konsequent ihn aus dem Kader zu streichen. Geistig war der sicher nicht mehr bei der TSG. Es gab bis zum Spiel mit Beck auch nichts mehr zu besprechen, denn die Konzentration lag auf dem bestehenden Kader für das Spiel gegen Frankfurt. Das Gespräch mit Beck hatte Babbel am Sonntagmorgen also schnellstmöglic h nachgeholt.
Wenn also Beck tatsächlich um die Freigabe gebeten hatte, ist Babbel nichts vorzuwerfen.
Es sei auch an das angebliche Juve Angebot für Beck erinnert und Becks wenig ruhmreicher Umgang damit, als er die TSG wochenlang hingehalten hatte.
Sollte Beck also tatsächlich um die Freigabe gebeten haben und Babbel dies momentan nicht kundtut, dann schützt er damit Beck und vermeidet noch größere Unruhe und begibt sich damit selbst sogar ins Kreuzfeuer.
Was Babbel bisher an "Personal-Politik" gezeigt hat, ist ein klarer Beweis seiner
Inkompetenz. Er hat sich selbst absolut disqualifziert und ist als Trainer unserer TSG nicht mehr zu halten.
Wenn der Verein Schaden von sich abwenden will, muß Babbel sofort entlassen werden.
Wie wäre es, sich um Herrn Gross zu bemühen?
Wenn man diverse Mosaiksteinchen zusammensetzt, dann könnte man inzwischen so langsam den Eindruck gewinnen, Babbel selbst sei nicht "hinten wie vorne"...
Er zieht allen Unmut auf sich und zwingt den Fan eine - den Andi Beck verteidigende - Haltung einzunehmen.
Wenn das so wäre, wäre es eine sehr kluge und schützende Geste von Herrn Babbel, die dem öffentlichen Bashing und der - nach wie vor - anhaltenden Hetze gegen Andi Beck ein wenig entgegenwirkt.
Aber um ehrlich zu sein, ich traue Herrn Babbel so ein helfendes, fürsorgliches und empathisches Vorgehen nicht unbedingt zu.
Und dennoch wünsche ich mir, dass es so ist.
Aber ein Trainer hat verdammt nochmal die Pflicht mit seinen Spielern zu reden und wenn er das nicht tut, dann kann ich jeden Spieler verstehen, der um seine Freigabe bittet!!!
Andi - solltest du das hier lesen:ich kann dich voll und ganz verstehen und ich steh auf deiner Seite. Du spielst so lange für Hoffe, hast dich immer vorbildlich verhalten und du verdienst Respekt!!!
Habe ich auch gehört, warte irgendwo auf eine Bestätigung.
Dann wird es auf jeden Fall nicht mehr lange dauern, bis Sali gehen wird. Babbel will ihn eh nicht und redet ihn schon schlecht, dass Hoffenheim im Winter keine gute Ablöse bekommen wird...
Traurig, traurig!
Ich bleib dabei, bei den Strukturen von Hoffe, hilft nur ein gestandener Trainer (welcher jetzt natürlich nicht auf dem Markt ist!) weiter.
Mit dem Verkauf von Gustavo und dem Abgang von Rangnick wollte man sparen, macht man die Gesamtrechnung auf Image, Sponsoren, Zuschauer, Zahlungen an entlassene Trainer, Vertragsauflösu ngen von Spielern etc. etc. etc., behaupte ich mal, hat man draufgelegt.
Bin gespannt wie es weitergeht
Jetzt machte er das gleiche wie der Bundestrainer.
Herr Babbel sind sie mit ihrer Doppelfunktion überfordert?!?
Ich gebe im noch 2-3 Spiel. Wenn die genauso schlecht laufen bekommen wir wieder einmal EINEN NEUEN Trainer.
Bei Wiese und Löw ist es eher der unausgesprochen e Abschied, während Beck noch die Chance auf Speilzeiten hat.
Es ist so schade, was hier aus den Spieler gemacht wird - und egal, um wieviel Geld es auch gehen mag - Menschen sind sie trotzdem.
Lass' Dich nicht unterkriegen, Andi!