Hoffenheim verschenkt Derby-Sieg
Geschrieben von: Jonas Keinert   
Sonntag, den 27. November 2011 um 09:26 Uhr

Stanislawski-261111-1Spätes 1:1 gegen Freiburg enttäuschend

 

 

 

"Genau so weiter", wollten engagierte Lippenleser nach dem 1:0 von Holger Stanislawski abgelesen haben. Es war die 24. Minute im badischen Derby zwischen 1899 Hoffenheim und dem SC Freiburg. Nachdem bei dem zweiten Ball nach einer Ecke die komplette SCF-Hintermannschaft schlief, stand Firmino im Strafraum völlig frei und brachte die bis dahin hervorragend aufgelegten Hoffenheimer verdient in Führung.

 

Genau so weiter - die Spieler befolgten Stanislawskis Rat nicht. Fünf guten Torszenen in den ersten 20 Minuten, folgten nur noch vier Möglichkeiten während der übrigen Spielzeit. Genau so weiter, das wollte Trainer Holger Stanislawski nach der 0:2-Pleite beim Hamburger SV auch seiner Mannschaft nicht erlauben. Er brachte mit Obasi, Firmino, Vorsah, Williams und Mlapa gleich fünf neue Feldspieler in die Startelf und veränderte seine Grundausrichtung gleich um neun Positionen. Nur Innenverteidiger Jannik Vestergaard und Torwart Tom Starke spielten auf der gleichen Position, die sie auch gegen den HSV schon ausgefüllt hatten.

Stanislawskis Umstellungen schienen zu Beginn der Partie zu fruchten. Die Mannschaft des ehemaligen Verteidigers Stanislawski verteidigte zu Beginn gut und ließ sich nach 10 Minuten auch nicht durch die ungerechtfertigten Pfiffe der eigenen Fans aus dem Tritt bringen. Doch entweder kamen die Flanken zu ungenau (Johnson, 4.), fanden keinen Abnehmer (Mlapa, 6.) oder Freiburgs Torhüter Oliver Baumann hielt klasse (Mlapa, 8., Salihovic 9. und 10., Babel 18.). Von Marcus Sorg (ehemaliger Stürmer beim VfR Mannheim) kam bis dahin nichts.

Doch dann kam der Bruch im Spiel und das ausgerechnet mit der Führung durch Firmino. Denn nach dem Treffer stellte Hoffenheim das aggressive Verteidigen im Mittelfeld ein, ließ den Freiburgern mehr Raum, um ins Spiel zu finden. Die Konsequenz: zwei gute Möglichkeiten für Makiadi (27. und 29.) der beide Chancen aber nicht nutzte. Einen Freistoß von Schuster (38.) hielt zudem Torwart Tom Starke gut. Hoffenheim ließ es aus, das Spiel zu entscheiden. In der 43. Minute tauchte nach guter Kombination Roberto Firmino erneut glockenfrei vor dem Freiburger Tor auf, scheiterte aber an Freiburgs Torhüter. Es hätte die Vorentscheidung der Partie sein müssen.

Sie blieb aus. Im zweiten Durchgang brauchte Hoffenheim kaum noch etwas auf die Beine. Zwei Distanzschüsse von Ryan Babel (60. und 83.) blieben wirkungslos. Lediglich der eingewechselte Ibisevic hatte in der 88. Minute noch eine dicke Möglichkeit, als er ebenfalls unbehelligt auf Freiburgs Torhüter zulaufen konnte, um 1:1-Duell aber die Nerven nicht behielt.

Auch Freiburg ließ einige Hochkaräter aus. Gegen Cissé (52. und 53.) hielt Tom Starke Hoffenheim im Speil. Am Last-Minute-Ausgleich durch Dembelé (90.) war aber auch Torwart Tom Starke machtlos. Der Ball fiel dem Stürmer aus Mali in der Nachspielzeit genau auf die Füße, er zog ab und traf aus 20 Metern in die untere, linke Ecke.

Freiburg rettete damit schon im dritten Spiel hintereinander in der Nachspielzeit noch Punkte. Hoffenheim bleibt dagegen im Mittelmaß der Tabelle enttäuscht stecken. Weil Nürnberg, Augsburg, Hertha und auch der HSV punkteten, sind die Mannschaften am Tabellenende nun noch dichter zusammengerückt.

 

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