Babbel: „Nicht auseinanderbrechen!“
Geschrieben von: Frank Enzenauer   
Samstag, den 15. September 2012 um 08:51 Uhr

Babbel-150412-01Hoffenheim ersehnt am Sonntag im Baden-Derby beim SC Freiburg die Wende

 

Über das große Glücks-schwein, das ihm seine Tochter zum 40. Geburtstag schenkte, hat sich Markus Babbel besonders gefreut, wie er am Freitag erzählte. Denn auch Glück im Beruf kann er gebrauchen, der Trainer der TSG 1899 Hoffenheim. Irgendwie muss die Wende gelingen, nachdem der Kraichgau-Klub den Saisonstart im DFB-Pokal und der Bundesliga schlimm verschludert hat. Noch genießt Babbel das „vollste Vertrauen“ von Gesellschafter Dietmar Hopp, und auch Geschäftsführer Frank Briel und Vereinspräsident Peter Hofmann haben in Interviews ihre Solidarität zum Trainer bekundet – obwohl unter dem Münchner Europameister nur vier Siege in 17 Pflichtspielen bejubelt werden konnten. Doch Babbel wäre nicht der Erste, der von einem rasanten Stimmungsumschwung in Hoffenheim betroffen wäre; Hansi Flick und Holger Stanislawski wurden trotz erhaltener Lobhudeleien schlussendlich entlassen.

„Aus dem Bauch heraus“ Siege sind die besten Argumente, immer und überall. Aber einen „Dreier“ als Ziel will Babbel fürs Baden-Derby an diesem Sonntag (15.30 Uhr) beim SC Freiburg nicht benennen. Er sagt: „Wichtig ist, dass wir umsetzen, was wir können, und nicht bei einem Rückstand auseinanderbrechen. Ich erwarte, dass die Jungs zusammenstehen.“

Die Wehr- und Ehrlosigkeiten nach Gegentoren beim Pokaldesaster gegen den viertklassigen Berliner AK (0:4) und zuletzt vor der Länderspielpause gegen Eintracht Frankfurt (0:4) sorgten für Ratlosigkeit – und Entsetzen in der Fangemeinde. Ob Babbel am Sonntag seine Elf auf mehreren Positionen verändern wird, lässt er offen bis nach dem Abschlusstraining. Eine Umstellung ist freilich notwendig. Weil Stephan Schröck wegen einer Gelb-Roten Karte pausieren muss, ist die Position des Rechtsverteidigers neu zu besetzen. Kandidaten sind Ex-Kapitän Andreas Beck und der Wolfsburger Leihspieler Patrick Ochs. „Das entscheide ich kurzfristig und mache das meist aus dem Bauch heraus“, erklärt Babbel. Es spricht vieles dafür, dass Ochs im sonnigen Freiburg seine Hoffenheim-Premiere feiern darf.

Weitere Personaldebatten führen Babbel und sein Assistent Rainer Widmayer unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Nicht mehr unumstritten sind Sebastian Rudy im zentralen Mittelfeld, Boris Vukcevic auf der rechten Außenbahn und Angreifer Eren Derdiyok. Bereit stünden Daniel Williams, Takashi Usami und Sechs-Millionen-Einkauf Joselu („Ich bin heiß“).

So oder so, die Einstellung ist im Fußball ohnehin wichtiger als die Aufstellung. 1899-Trainer Babbel versucht, seinen Spielern die Angst vor dem Versagen zu nehmen und verlangt in Freiburg eine Trotzreaktion: „Wir sollten uns auf das kleine, enge Stadion freuen. Das ganze Stadion wird gegen uns sein – ich hoffe, das pusht uns zu Höchstleistungen.“

 

Kommentare 

 
+3 #7 jayrb 2012-09-16 17:16
Tolles Spiel. Lasst doch mal die U 23 - auch mit deren Trainer! - spielen, verstärkt von Usami, Joselu und Boris... Schande das Spiel in Freiburg. Der unfähige Torwart und der Hühnerhaufen... Mal wieder.
 
 
+4 #6 Albert 2012-09-16 17:13
Schickt den Fliegenfänger WIESE in die Wüste und den Babbel hinterher !
 
 
+2 #5 Frank 2012-09-16 11:56
Für mich ist ganz wichtig, dass sie sich reinhängen und dass man das sieht. Unter Rangnick gab es Niederlagen, aus denen man mit erhobenem Haupt hervorgehen konnte, weil man alles gegeben hatte. Sowas muss wieder her! Dann kommen ganz allmählich auch die Ergebnisse wieder. Die Unterstützung von uns Fans wäre von Anfang an gegeben!
 
 
+1 #4 Marius1899 2012-09-16 10:37
Derdiyok raus halte ich für nicht so berrauschend. De Jong bei Gladbach hat auch Zeit gebraucht um mal einen Treffer zu landen. Ich denke eine Doppelspitze mit Joselu wäre eine effektive Lösung.
 
 
+6 #3 Frank G. 2012-09-16 08:27
Weiss, Rudy, Vucevic u. Derdiyok sollten auf der Bank bleiben. Ich traue Spielern wie Usami, Joselu und Williams mehr Kampfgeist zu. Ich denke, die TSG kann 3 Punkte in Freiburg holen!
 
 
+4 #2 Miguel 2012-09-16 02:34
Nur 4 Siege aus 17 Spielen? Heftig, das war mir so gar nicht bewusst..
 
 
+13 #1 Eventfan 2012-09-15 10:08
Mit dem Begriff der "Wehr- und Ehrlosigkeit" hat Frank Enzenauer den Nagel auf den Kopf getroffen. Aber, wie kann ich jemanden bei der Ehre packen, wenn ich an der Stelle immer wieder ins Leere greife. Wo nix ist, gibt es auch nix zu appellieren. Ähnliches gilt für den, in letzter Zeit immer wieder verwendeten, Begriff der Qualität. Schade!
 

Kommentar schreiben


Meldungen des Tages

Der Abend im Ticker: Thesker wieder in der Startelf

Alle aktuellen Infos zum Relegationsspiel 1899 Hoffenheim - 1. FC Kaiserslautern

Die Stärken und Schwächen von TSG und FCK

Wer entscheidet das Relegations-Hinspiel heute für sich?

Salihovic: "Wir sind der Favorit!"

Der nervenstarke Bosnier strahlt vor dem Relegations-Hinspiel Selbstvertrauen…

Genesungswünsche der Fans an Boris Vukcevic

FansVukcevic-290912-01

Anzeigen

Anzeige

Impressum

Jonas Keinert, Blumenstr. 46, 69115 Heidelberg
E-Mail steilpass@1899aktuell.de
V.i.S.d.P.: Jonas Keinert
Redaktion: Jonas Keinert, Daniel Ernst
Texte: Jonas Keinert, Rebekka Wilke, Wolfgang Brück, Roland Karle, Achim Wittich, Joachim Klaehn, Daniel Ernst
Fotos: APF, Archiv Sportwoche/Ricci, Jonas Keinert, Daniel Falkner, Sascha Meiser

Erklärung / Disclaimer

Für alle Banner und Links, die auf der Homepage www.1899aktuell.de angezeigt werden, gilt:
Die Redaktion erklärt ausdrücklich, keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten zu haben. Deshalb distanziert sich die Redaktion hiermit ausdrücklich von allen Inhalten, aller gelinkten Seiten und macht sich diese Inhalte nicht zu Eigen. Diese Erklärung gilt für alle angezeigten Links und für alle Inhalte der Seiten, zu denen die bei www.1899aktuell.de angezeigten Banner und Links führen.