Babbel: "Das hat keinen Anstand"
Geschrieben von: Achim Wittich   
Montag, den 13. August 2012 um 08:15 Uhr

WieseBabbel-100812-1Wiese-Ausbootung: Hoffenheims Trainer erneuert die Kritik an Jogi Löw

 

 

Tim Wiese stand im sonnendurchfluteten Elversberger Waldstadion an der Kaiserlinde neben der Seitenlinie und klatschte nach Spielende Ersatztorhüter Jens Grahl ab. Der hatte den Nationaltorwart, der am vergangenen Donnerstag vorläufig aus dem elitären Kreis der DFB-Kicker ausgebootet worden war (wir berichteten), beim 3:0 (2:0)-Sieg nach einer Stunde ablösen dürfen. Zuvor hatte Hoffenheims neuer Kapitän gegen den Regionalligisten dreimal mit Paraden geglänzt (23./43. und 47. Minute) und die Unkonzentriertheiten seiner Vorderleute ausgebügelt. Denn nach Firminos schnellen Toren (7. und 11.) tat der Bundesligist nicht mehr viel. Ein Lattentreffer durch Vukcevic (49.) und das 3:0 (80.) durch den eifrigen Weis – das war’s vor den 650 Zuschauern auch schon.

Wiese, von Trainer Markus Babbel kurz nach der Ausrangierung beim Bundes-Jogi zum Spielführer ernannt, wirkte gelassen. Tief drinnen aber brodelt es. „Ich habe dazu alles gesagt und akzeptiere, dass jetzt mal die Jungen reinschnuppern“, sagte der 30-Jährige. Ob er sich mit etwas Abstand nochmals äußern werde, hakte die RNZ nach. Der sechsfache Internationale nahm den Ball auf. „Vielleicht mal in den nächsten zwei Wochen“, so Wiese. Man darf gespannt sein...

Zumal sein Chef am Samstag erneut Klartext redete. „Das hat keinen Anstand, das macht man nicht“, lederte Babbel gegen den netten Herr Löw. Der Europameister von 1996 stört sich weniger daran, dass Wiese nicht für das Länderspiel am Mittwoch in Frankfurt gegen Argentinien nominiert worden ist. Die Art und Weise ist’s, die ihm schwer auf den Magen schlägt. „Wir sprechen hier nicht von einem 20-jährigen Schulbuben, der jetzt einmal nicht eingeladen wird, sondern von einem gestandenen Spieler. Da erwarte ich einen anderen Umgang.“

Babbel ist geradezu empört darüber, dass „der Cheftrainer nicht persönlich gekommen ist“, um Wiese die Lage zu erklären. Stattdessen hatte Löw Bundestorwarttrainer Andreas Köpke und seinen Assistenten Hansi Flick nach Zuzenhausen abkommandiert. Das Trainingszentrum besuchten die beiden aber nicht. Wiese „flog“ im Adler, einer Gaststätte. Babbel findet das unmöglich und wundert sich zudem über den Zeitpunkt der Benachrichtigung, nämlich erst kurz vor Bekanntgabe des Kaders von Löw für den Länderspiel-Klassiker.

„Sie haben das bestimmt schon früher gewusst.“ Sei’s drum. Babbel zeigt verständlicherweise Flagge für seine spektakulärste Verpflichtung. Nach der Kritik gab es bisher noch keinen Kontakt mit Löw, Flick oder seinem ehemaligen Mitspieler Köpke. „Babbel: „Das brauche ich nicht.“ Peng – die Fronten sind verhärtet.

Umso interessanter dürfte heute Löws erster Auftritt in „Mainhattan“ nach dem EM-Aus gegen Italien werden. Gut möglich, dass sich Wiese anschließend doch nicht zwei Wochen Zeit lässt, um die Dinge aus seiner Sicht darzustellen...

 

Kommentare 

 
+6 #3 Torsten 2012-08-13 23:30
Klar die Abschiebung von Starke und Stani war wesentlich sauberer *lol* In Hoffe sollte man zu sowas nicht mal Piep sagen.

Immerhin entscheiden beim DFB Verantwortliche und nicht Spielerberater !
 
 
0 #2 Babbeldibab 2012-08-13 14:10
Man kann auch aus einer Mücke....
 
 
+10 #1 benki 2012-08-13 13:10
So isses, Herr Babbel. Man lernt aus der Kommunikations-Farce rund um Ballack nicht mehr dazu.
Theoretisch ist das was Jogi macht (optimaler Einsatz der verfügbaren Ressourcen) im Sinne der Nationalmannsch aft, aber man spricht hier von Menschen und Persönlichkeite n und da ist Fingerspitzenge fühl gefragt. Meiner Meinung nach hat Jogi die soziale Kompetenz, wendet diese aber nicht an, weil es zu viel Aufwand ist für einen der fliegt, es unangenehm ist oder man sich wirklich die Hintertür offen halten will und keinen Mut hat dies so klar zu formulieren (scheinbar tut er das auf der PK in Mainhattan gerade).
 

Kommentar schreiben


Meldungen des Tages

Gisdol: "Casteels hat ein phänomenales Spiel gemacht"

Hoffenheims Trainer über seinen Torwart

Klopp: "Der erste Elfmeter war keiner!"

Der Dortmunder Trainer war nach dem Spiel ziemlich sauer

Gisdol: "Ich wollte nur noch in die Kabine"

Das erste Statement des TSG-Trainers nach dem 2:1-Sieg in Dortmund

Fans: "Einfach unglaublich!"

Hier haben die Fans von 1899 Hoffenheim das Wort

Der Tag im Ticker: "Du kannst nix mehr denken!"

Alle Infos zum Tag der Entscheidung

Genesungswünsche der Fans an Boris Vukcevic

FansVukcevic-290912-01

Anzeigen

Anzeige

Impressum

Jonas Keinert, Blumenstr. 46, 69115 Heidelberg
E-Mail steilpass@1899aktuell.de
V.i.S.d.P.: Jonas Keinert
Redaktion: Jonas Keinert, Daniel Ernst
Texte: Jonas Keinert, Rebekka Wilke, Wolfgang Brück, Roland Karle, Achim Wittich, Joachim Klaehn, Daniel Ernst
Fotos: APF, Archiv Sportwoche/Ricci, Jonas Keinert, Daniel Falkner, Sascha Meiser

Erklärung / Disclaimer

Für alle Banner und Links, die auf der Homepage www.1899aktuell.de angezeigt werden, gilt:
Die Redaktion erklärt ausdrücklich, keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten zu haben. Deshalb distanziert sich die Redaktion hiermit ausdrücklich von allen Inhalten, aller gelinkten Seiten und macht sich diese Inhalte nicht zu Eigen. Diese Erklärung gilt für alle angezeigten Links und für alle Inhalte der Seiten, zu denen die bei www.1899aktuell.de angezeigten Banner und Links führen.