Noch sechs Spiele – noch sechs Siege?
Geschrieben von: Wolfgang Brück   
Samstag, den 07. April 2012 um 09:06 Uhr

Babbel-170212-3Hoffenheims Markus Babbel: Als Trainer mit ehrgeizigem Ziel, als Manager mit klaren Vorstellungen

 

 

 

Es tröpfelt aus. Nur noch ein gutes Dutzend Journalisten verloren sich gestern Nachmittag im großen Pressesaal von 1899 Hoffenheim. Nach nicht mal einer halben Stunde waren alle Fragen zum Spiel heute (15.30 Uhr/direkt in Sky) beim 1. FC Kaiserslautern beantwortet. Noch sechs Spiele – dann gehört die vierte Bundesliga-Saison der Kraichgauer der Vergangenheit an.

 

Eine Saison, die Trainer Markus Babbel bereits mit einem Etikett versehen hat: Nicht befriedigend. Andererseits spricht Babbel aber auch von einer „tollen Ausgangsposition.“ Sechs Punkte Abstand zum Relegationsrang, acht zum ersten der beiden Abstiegsplätze: 1899 Hoffenheim müsste sich schon sehr ungeschickt anstellen, um in Not zu kommen.

Fünf der sechs kommenden Gegner können von der komfortablen Lage, in der sich die Kraichgauer befinden, nur träumen: Kaiserslautern, der Hamburger SV – die Hanseaten gastieren am Mittwoch in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena –, Freiburg, Nürnberg und Berlin sind stark abstiegsgefährdet. Das macht sie gefährlich. „Wir müssen auf dem Betzenberg dagegenhalten“, mahnt Babbel vor dem heutigen Gastspiel beim seit 18 Spielen sieglosen Tabellenletzten, „ein Selbstläufer wird das nicht. Ich rechne mit harter Arbeit.

Auch dem Kapitän ist klar, dass die scheinbar leichten Spiele oft die schwersten sind. „Wir müssen ein Stück schlau sein, kämpferisch dagegen halten und unsere spielerische Klasse oben drauf packen“, empfiehlt Andreas Beck.

Wer weiß, vielleicht geht bei einem Sieg beim nahezu abgeschlagenen Schlusslicht am Ende doch noch was für Hoffenheim. Sechs Punkte beträgt der Rückstand zum siebten Platz, der ein Europa League-Platz ist und der von Bayer Leverkusen belegt wird. Dem Gegner im vorletzten Heimspiel.

Sehr beschäftigt sei er, sagt Babbel, weil er – als Trainer u n d Manager – nicht nur die Mannschaft in Schuss halten, sondern auch die kommende Runde vorbe-reiten muss. Vier Verträge laufen aus. Sejad Salihovic und Tobias Weis werden neue Angebote erhalten. Offen ist noch, ob auch Ersatzkeeper Daniel Haas und Abwehrspieler Andreas Ibertsberger damit rechnen können.

Bereits drei Neuzugänge stehen fest: Mittelfeldspieler Stephan Schröck aus Fürth sowie die Angreifer Kevin Volland von 1860 München und Michael Gregoritsch vom österreichischen Erstligisten Kapfenberg. Schröck und Volland gelten als unerschrockene und unerbittliche Kämpfertypen, eine in Hoffenheim nicht im Übermaß vertretene Spezies. „Wir haben genügend junge Spieler. Aber diese Spieler müssen geführt werden“, sagt Babbel. Damit hat er Recht.

Der zwischenzeitlich ins Spiel gebrachte Alt-Star Zvjedzdan Misimovic, der mittlerweile im Rubelparadies von Moskau gelandet ist, passt dabei ebenso wenig ins Hoffenheimer Beuteschema wie Timo Gebhart, der beim VfB Stuttgart nicht mehr glücklich ist.

Gelassen reagiert Babbel auf den Wechsel des 19-jährigen Abwehrspielers Paul Ehmann, einem Talent aus der Region, zu Borussia Dortmund II. Die Reserve des Deutschen Meisters wird vom ehemaligen Hoffenheimer Jugend-Coach David Wagner trainiert.

Für die restlichen sechs Spiele hat Babbel ein ehrgeiziges Ziel: „Wir wollen sechsmal gewinnen.“

 

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