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| Kluft oder Einigkeit? |
| Geschrieben von: Jonas Keinert |
| Donnerstag, den 23. Dezember 2010 um 13:12 Uhr |
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Der Fall Gustavo und die Aussagen der Verantwortlichen geben Rätsel auf - Spurensuche nach der Linie der TSG Doch anstatt der Freude über die Weiterentwicklung der Mannschaft beherrscht ein anderes Thema die Öffentlichkeit: Luiz Gustavos möglicher Wechsel zu den Bayern. "Es wird jetzt viel drum gesponnen", bringt es Manager Ernst Tanner auf den Punkt. Doch zu den Irritationen und Spekulationen trugen die Verantwortlichen selbst bei. In der vergangenen Woche gab sich Trainer Ralf Rangnick kämpferisch, wollte Gustavo unbedingt halten: "Wir denken gar nicht daran, ihn abzugeben. Wir wollen die Mannschaft selbst weiter verstärken um unsere Ziele zu erreichen." Doch prompt Schoss Klub-Mäzen Dietmar Hopp dazwischen und sagte der RNZ: "Es ist sonnenklar, dass Luiz die Freigabe bekommt.“ Ralf Rangnicks Standpunkt wurde öffentlich übergangen - eine Situation mit enormem Konfliktpotenzial, doch der Trainer bemühte sich noch nach dem Pokalspiel, Einigkeit zu demonstrieren: "Wir haben die Köpfe zusammen gesteckt und waren komplett einer Meinung." Ein Weggang von Gustavo im Winter sei kein Thema. "Für mich ist es klar, auch für Dietmar Hopp und Ernst Tanner." Rangnicks Hauptargument: "Wie sollen wir denn vor der Mannschaft stehen und sagen, wir haben Ziele und wollen mehr Punkte holen als in der Hinrunde und im Pokal weiterkommen?" Der Trainer sieht die sportlichen Perspektiven in Pokal und Liga gefährdet. Hopp entgegnet: "Von einem Spieler darf und kann man nicht abhängig sein. Es wäre fast unmoralisch, wenn wir dem Jungen den Wechsel verderben würden." Die Unstimmigkeiten scheinen noch weiter zu gehen. Hintergrund: Nach Informationen der Bild-Zeitung soll der Cheftrainer bei einem Treffen mit Bayerns Bossen übergangen worden sein. „Davon weiß ich nichts. Es würde mich sehr wundern. Das halte ich für völlig ausgeschlossen!“ sagte Rangnick dem Blatt, das von dem Treffen im Münchner Kempinski-Hotel zwischen Karl-Heinz Rummenigge, Christian Nerlinger, Dietmar Hopp, Manager Ernst Tanner und Gustavos Berater Roger Wittmann als erstes erfahren hatte. Manager Ernst Tanner beteuerte, er habe Christian Nerlinger in einem Telefongespräch persönlich abgesagt: "Ich habe Christian Nerlinger gesagt, dass es im Moment nicht denkbar ist. Die Bayern müssen das akzeptieren, was wir sagen." Auf das Wort seines Managers baute auch Trainer Rangnick: "Es liegt noch kein Angebot vor, wenn ich Ernst Tanner nicht völlig missverstanden habe." Warum also das Treffen in dem Münchner Flughafen-Hotel und obendrein ohne Trainer Rangnick? Eine öffentliche Erklärung dazu blieb bis jetzt aus. Klar ist nur: Einerseits will die TSG wohl eine ausreichend hohe Ablösesumme erwirtschaften und die Vorbedingungen für einen Transfer im Sommer ausloten. "Die Summe ist ein ganz erheblicher Bestandteil solcher Gespräche", so auch der übergangene Cheftrainer Rangnick, der sich einen Seitenhieb gegen Dietmar Hopp nicht verkneifen kann: "Es wird so getan, als ob zum Ende der Saison schon alles klar sei. Das ist es nicht. Wir können noch nicht sagen, dass ein Spieler sonnenklar wechseln wird, wenn wir noch nicht mal wissen, wie die Vorstellungen der Bayern aussehen." Andererseits braucht 1899 auch genug Zeit, um einen möglichen Nachfolger zu finden. Diese Bemühungen habe man, so Trainer und Manager, inzwischen intensiviert, Ernst Tanner ist aber pessimistisch, im Winter schon einen geeigneten Spieler zu verpflichten: "Adäquaten Ersatz bekommen wir jetzt eh nicht." Gustavos Diskussionsbeitrag zum Thema ist eindeutig. Er sagte nach dem Pokalspiel: "Ich würde gerne schon jetzt wechseln, aber ich kann das nicht allein entscheiden." Inzwischen sind die Verantwortlichen wieder um eine gemeinsame Linie bemüht. Dietmar Hopp korrigierte seine Aussagen. In der heutigen Ausgabe der RNZ sagte Hopp: "Letztlich kann er im Sommer wechseln - jetzt aber nicht." Um auch vor dem Spieler eine gemeinsame Position zu vertreten, haben Hopp, Tanner und Rangnick nach Angaben der RNZ ihren Standpunkt in einem Brief an Gustavo mit der Überschrift "Lieber Luiz ..." klargestellt, alle drei gemeinsam unterschrieben und den Spieler " über Marschroute informiert“ berichtet die Zeitung. Wie Gustavo darauf reagiert hat, ist nicht bekannt. Feilschen um die Ablösesumme oder Ende der Diskussion? Unter dem Strich scheint ein Wechsel von Gustavo im Winter so gut wie ausgeschlossen zu sein. Einiges hängt von der Zukunft von Mark van Bommel ab. Sollte er im Winter gehen, wären die Bayern zum Handeln gezwungen und müssten eine enorm hohe Ablösesumme aufbieten. Trainer Rangnick und Manager Tanner wollen hingegen alles dafür tun, um selbst den internationalen Wettbewerb in diesem Jahr zu erreichen - und da ist ein Gustavo in der aktuellen Form kaum zu ersetzen. Darüber stimmen inzwischen auch wieder die sportliche Leitung und Dietmar Hopp überein. |
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