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| Volland: "A-Nationalmannschaft ist mein Ziel" |
| Geschrieben von: Jonas Keinert |
| Freitag, den 26. Oktober 2012 um 07:41 Uhr |
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"Ein paar Blessuren und Blutergüsse" hat Kevin Volland nach dem letzten Spiel bei Greuther Fürth noch gehabt, sagt der Stürmer. "Aber am Wochenende gegen Mainz bin ich topfit." Kein Wunder, könnte man sagen, wenn man sich Vollands Spielweise betrachtet. Kämpferisch ist er bisher einer der Auffälligsten. Er gibt keinen Ball verloren, haut seinen Körper immer zwischen Ball und Gegner und besitzt auch die technischen Fertigkeiten, um aus den Situationen Kapital zu schlagen. "Ich habe von meinem Papa die körperliche Basis in die Wiege gelegt bekommen. Davon profitiere ich", sagt er und schiebt hinterher: "Es ist aber überall Luft nach oben. Ich kann meine Schwächen, aber auch die Stärken verbessern: Ballannahme, Tempodribbling, Torabschluss. Mein Kopfballspiel ist auch noch nicht so hervorragend." Dennoch bringt Volland bereits erstaunlich viel mit für einen 20-Jährigen in seiner ersten Bundesligasaison. "Für mich ist es etwas Besonderes, jedes Wochenende gegen hochkarätige Mannschaften zu spielen." In jedem der acht Saisonspiele stand er bisher für Hoffenheim auf dem Platz. Zuvor hatte er eineinhalb Jahre bei 1860 München in der zweiten Liga gekickt. "Es ist taktisch kompakter und spielerisch schneller in der Bundesliga. In der zweiten Liga hat man ein bisschen mehr Platz, es geht viel über den Kampf. Dort ist meistens gleich einer dran, der dich aus den Schuhen klopft. In der ersten Liga ist alles taktisch disziplinierter und technisch versierter." Die Umstellung sei ihm gar nicht so schwer gefallen: "Als ich bei Sechzig zu den Profis kam, habe ich auch drei Monate gebraucht, bis ich die Umstellung hatte. Jetzt habe ich zwei Jahre Profi-Erfahrung hinter mir und nicht mehr so lange gebraucht." Volland kommt entgegen, dass er im System von Markus Babbel nahezu die gleiche Rolle spielt, wie zuvor bei seinem Ausbildungs-Klub aus München. "Zurzeit spielen wir es genauso, wie bei 60. Dort war ich hinter der Spitze um Benni Lauth herum. Das ist hier das Gleiche. Auf der Position fühle ich mich sehr wohl." Bei den Löwen kam Volland so immerhin auf 20 Tore und 16 Vorlagen in 60 Zweitligaspielen, ehe er im Sommer in den Kraichgau wechselte. Verpflichtet hatte ihn die TSG allerdings schon früher. Ex-Manager Ernst Tanner holte Volland für knapp 600.000 Euro bereits vor eineinhalb Jahren und lieh ihn umgehend wieder zu den Sechzigern aus. Davon profitieren Volland und 1899 Hoffenheim nun beide. "Es war damals die richtige Entscheidung, jetzt im Nachhinein betrachtet", findet der Allgäuer. "Für 60 war es eine Notsituation. Und ich habe auch nicht gewusst, wie meine Entwicklung weitergeht. Ich hatte erst sechs Zweitligaeinsätze und kein Spiel von Beginn an. Meine Zukunft war ungewiss. Es war wichtig, noch Spielpraxis zu sammeln. Der Wechsel jetzt zur Saison kam zum richtigen Zeitpunkt. Bis jetzt läuft alles gut." Inzwischen hat er bei 1899 Hoffenheim bereits vier Assists geliefert, zuletzt beide Tore von Joselu gegen Fürth vorbereitet. Ein eigener Treffer ist ihm aber in der Liga noch nicht gelungen: "Ich setze mich nicht selbst unter Druck. Wenn die Chance da ist, versuche ich ihn reinzuhauen. Wenn ein anderer besser steht, spiele ich ab. Wenn ich ein Tor auflege, freut mich das genauso. Hauptsache, wir gewinnen." Das taten sie gegen Greuther Fürth aber nicht. "Wir müssen diese Big Points holen", fordert Volland "und 90 Minuten konzentriert bleiben." Nur so kann die TSG an ihrem Ziel vom Einzug in die Europa League festhalten. "Die Saison ist noch jung. Wir haben acht Spiele, es ist alles eng beieinander. In den kommenden Spielen kristallisiert sich heraus, wo es hingeht. Es sind drei Punkte nach Europa im Moment. In der Saison ist alles möglich." Auch gegen Mainz 05 am Samstag sehe es "positiv" aus, findet Volland. "Die Mainzer haben ein gutes Umschaltspiel und sind sehr aggressiv. Mainz steht drei Zähler vor uns, es ist ein sehr wichtiges Spiel für uns, um dranzubleiben." Gelingt ihm und der TSG das, dann steigert er auch seine Chancen auf weitere Einsätze in Deutschlands U21-Nationalmannschaft. "Ich kann noch zweieinhalb Jahre dort spielen und bin der Jüngste in der Mannschaft. Es ist immer eine Ehre, wenn ich eingeladen werde." Vor eineinhalb Wochen qualifizierte sich Volland mit Sebastian Rudy, Lewis Holtby und Co für die Europameisterschaft in Israel. "Wir sind froh, dass wir nach Israel fahren dürfen. Es ist eine Top-Truppe. Wir halten alle zusammen. Da ist Großes möglich." Am liebsten wollen die Deutschen Junioren den Erfolg von 2009 wiederholen, als die Elf um Sami Khedira, Mesut Özil und TSG-Verteidiger Andreas Beck den Titel holte. "Wenn man es realistisch betrachtet, gehören wir individuell und von der Mannschaft zu den Favoriten dazu. Man merkt, dass die Gegner Respekt vor uns haben." Dass sich Volland schon gegen die älteren Jahrgänge durchsetzte und mittlerweile auch bei der U21 in sechs Spielen vier Tore erzielt hat, spricht für ihn. "Es ist auf jeden Fall ein Ziel, irgendwann in der A-Nationalmannschaft zu spielen", sagt er selbstbewusst. "Wie meine sportliche Entwicklung weitergeht, liegt an mir. Ich muss Gas geben und in der U21 meine Spiele machen. Dort muss ich mich auch beweisen und ich hoffe, dass ich bei der U21-EM dabei bin." Nicht nur sportlich, auch persönlich ist Volland inzwischen im Kraichgau angekommen. "Ich fühle mich sehr wohl. Ich komme aus dem Allgäu, da ist es kein riesen Umschwung. München ist allerdings was anderes. Dort war ich ja auch fünf Jahre." Jetzt wohnt der 20-jährige Stürmer zusammen mit seiner Freundin in Rauenberg. "Es sind sehr nette Menschen hier, alle sorgen sich. Die Nachbarn kommen alle und fragen, wie es läuft, oder sagen, wie es besser gehen muss." Volland findet das "nett" und überhaupt "nicht negativ". Er nimmt sich dann Zeit zu erklären, was gut und was nicht gut gelaufen ist. "Man muss das ja erklären, sonst bleiben viele Fragen offen bei unseren Nachbarn." Nur zu einem Eishockey-Spiel bei den Mannheimer Adlern, wo Vollands Vater einst Eishockey-Profi war, hat es der Hoffenheimer noch nicht geschafft. "Es wird Zeit, dass ich mir die SAP-Arena auch mal anschaue. Da ist bestimmt eine top Stimmung." Ob es der Eishockey-Fan für realistischer hält, dass die Adler Mannheim Meister werden, oder die TSG in die Europa League einzieht? Volland lacht: "Beides ist sehr realistisch!" |
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