Was passiert mit Stanislawski?
Geschrieben von: Jonas Keinert   
Donnerstag, den 09. Februar 2012 um 00:44 Uhr

Stanislawski-080212-1Tanner: "Kein Kommentar!" nach dem enttäuschenden Pokal-Aus gegen Greuther Fürth

 

 

 

"Stani, wir lieben dich!", riefen die rund 9.000 Hoffenheim-Fans, die am Mittwochabend den Weg in die Rhein-Neckar-Arena fanden und das 0:1-Pokalausscheiden der TSG gegen Zweitligist Greuther Fürth miterlebten. Spieler mit Tränen in den Augen und Journalisten auf einer Pressekonferenz, die sich nicht einmal mehr trauten, noch Fragen nach der sportlichen Zukunft Stanislawskis im Kraichgau zu stellen.

Ganz Hoffenheim schien an diesem Abend sprachlos. Sprachlos, dass man gegen den Underdog, Zweitligist Greuther Fürth, tatsächlich ausschied und die "historische Chance" (Stanislawski) zum Einzug ins Halbfinale nicht nutzen konnte. Sprachlos über die vergangenen 90 Minuten, in denen Marvin Compper in der 34. Minute vom Platz flog, Olivier Occean in der 44. Minute die Überzahl und Abstimmungsprobleme in der TSG-Defensive ausnutzte, die TSG fortan in Unterzahl gegen stabil stehende Fürther anrannte, aber keine einzige Tormöglichkeit im zweiten Durchgang mehr herausspielte. Auch bei Gleichzahl hatte Fürth die größeren Chancen, die Torwart Tom Starke jedoch alle vereitelte. Für Hoffenheim hatte Peniel Mlapa (24./28.) die zwei größten Möglichkeiten. Sie blieben ungenutzt.

Am Ende steht nicht nur das Pokal-Aus vor mit 14.000 verkauften Karten (darunter 5.000 an Fürth-Anhänger) halb leeren Rängen, sondern auch die Frage im Raum, ob Holger Stanislawski überhaupt noch eine Zukunft im Kraichgau hat. "Kein Kommentar", sagte Manager Ernst Tanner - ebenfalls sichtlich niedergeschlagen - nach dem Spiel. "Es ist nicht der richtige Zeitpunkt nach so einem Spiel, weil wir alle mit Emotionen geladen sind."

Erstmals in der knapp achtmonatigen Amtszeit Stanislawskis hatte es keinen Kreis seiner Mannschaft nach dem Spiel gegeben. Einige Spieler verschwanden sofort in die Kabine, andere traten den Gang in die Fankurve an. Die Worte des Trainers auf der Pressekonferenz klangen wie Abschiedsworte: "Wie meine Jungs marschiert sind, ist sehr gut. Das ist der richtige Weg. Ich wünsche mir, dass die Jungs das so weitermachen." Zur Fan-Unterstützung sagte Stanislawski: "Ich bin unwichtig, aber natürlich freut es einem, wenn Zuschauer ein Gespür haben. Aber ich bin nicht so wichtig. Ich habe es zur Kenntnis genommen und werde es still für mich genießen." Danach gab es noch eine Umarmung für Gäste-Trainer Mike Büskens und Stanislawski verschwand in die Katakomben.

Allein die Frage blieb im Raum: Was passiert nun mit Stanislawski? Schon vor der Partie hatte Mäzen Dietmar Hopp den Trainer angezählt. Kaum vorstellbar, dass nach dem enttäuschenden Pokal-Aus die Stimmung noch einmal zu den Gunsten Stanislawskis kippt. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, sollen Gespräche mit Markus Babbel schon so weit fortgeschritten sein, dass der Ex-Hertha-Trainer schon am Samstag bei Werder Bremen auf der Bank sitzen könnte. Bestätigungen von TSG-Seite dazu gab es nach dem Spiel noch nicht. Es folgen spannende Stunden. Am Donnerstag um 14 Uhr hat Hoffenheim Training. Ob mit Stanislawski, scheint derzeit mehr als fraglich zu sein.

 

Kommentare 

 
+4 #10 Jochen 2012-02-09 12:41
Es ist eine Frechheit was da mit Stani passiert ist, nicht der gehört weg sondern der Selbstdarstelle r Tanner der richtet den Verein zu Grunde, werde meine Dauerkarte und meine Mitgliedschaft im Verein kündigen.
 
 
+4 #9 Sylvia 2012-02-09 12:11
Wenn ich die Zeilen lese, dass manche die Mitgliedschaft kündigen wollen, muss ich wirklich den Kopf schütteln. Es ist wirklich nicht nötig! Also, seid ihr kein wahrer Fan von der TSG! Was ist, wenn es irgendwann doch endlich besser und bergauf geht???
Ich persönlich weiß auch, dass der ständige Trainerwechsel nichts weiter bringt. Es bleibt sowieso immer das gleiche Problem.
Ich gebe @ Hoffe-Fan recht! Ich finde es irgendwie unpassend, was Herr Hopp gesagt hat.
 
 
+19 #8 Alex 2012-02-09 11:01
Ich bin so maßlos sauer, auf Herrn Tanner und auch von Herrn Hopp bin ich unendlich enttäuscht. Wenn Stani entlassen wird, dann werde ich und 4 andere unsere Sitzplatzdauerk arten abgeben und die Mitgliedschaft im Verein kündigen. Damit kann ich mich nicht mehr indentifizieren .
 
 
+12 #7 Gabriela 2012-02-09 11:00
Ich kann mich der Meinung von #1 Oliver nur anschließen. Ein Rauswurf Stanis wäre ein falscher Weg zu vollkommen falscher Zeit! Warum hinterfragt eigentlich niemand die Leistung dieses Schiris Marco Fritz aus Korb? Ich hatte fast den Eindruck, dass er mit dem Mannschaftsbus der Fürther an- und auch wieder abgereist ist, hat er doch fast jeden Angriff von Hoffenheim unterbunden, während die Fürther Mannschaft sich blendend darauf verstanden hat, den sterbenden Schwan zu markieren, wenn es brenzlig wurde. Und der Schiri fiel jedes Mal darauf rein. Von seiner total überzogenen Maßnahme, Compper die rote Karte zu zeigen, will ich erst garnicht reden. Es ist einfach alles saudumm gelaufen und ich sehe keinen Grund, Stani jetzt den Laufpass zu geben.
 
 
+17 #6 Ernie 2012-02-09 10:57
Lasst mal Stani zufrieden und stärkt ihm den Rücken, haut Tanner raus, macht Rangnick zum Sportdirektor und die Sache wird gut. Abstieg bleibt in dieser Runde permanente Gefahr und dagegen muss alles unternommen werden. Denke ich an Babbel wird mir ehrlich schlecht, seine Einstellung zur TSG hat der als Stuttgarter Trainer ausführlich und wiederholt kundgetan. Sicher ist das die Empfehlung Tanners aber, was von dem kam war noch nie richtig gut. Ich würde mich freuen wenn noch heute die Meldung käme, dass man sich von Tanner "Mit sofortiger Wirkung" getrennt hat.
 
 
+16 #5 Helmut 2012-02-09 10:25
Ich bin seit 3 Jahen Dauerkartenbesi tzer und gehe auch zu allen Pokalspielen nach Sinsheim. Ich habe das Pokalspiel gegen Fürth gesehen und finde, daß die Hoffenheimer Jungs gekämpft haben. Mit etwas Glück hätte Penni ein oder 2 Tore gemacht. Wenn Hopp sich jetzt gegen Stanislawski entscheidet, kann es gut sein, daß ich meine Dauerkarte und meine Mitgliedschaft kündige. Denn dann hat Herr Hopp, den ich sehr achte, keinen Charakter. Er war es, der Stanislawski wollte, damit der mit mehr Jugendspieler und einem deutlich geringeren Etat spielen läßt. So ein Umbruch dauert natürlich. Jetzt nach dem Pokal-Aus seinen Trainer in Frage zu stellen ist der falsche Zeitpunkt. Man muß Stani einfach noch Zeit geben!
 
 
+18 #4 Cornelius 2012-02-09 10:24
Ich denke psychologisch wäre ein Rausschmiß von Stanislawski das ganz falsche Zeichen an die Mannschaft! Auch wenn er sicher sein Päckchen an der sportlichen Misere zu tragen hat!
Aber es gab doch eine interessante Untersuchung einer Uni bezüglich des Effekts auf die Leistung eines Trainerwechsels : Kurzzeitig scheint es wohl etwas zu helfen, am Ende der Saison stand jedoch keien bessere Punkteausbeute zu Buche, so daß dieser Effekt wohl ganz schnell verpufft... Also Herr Hopp, Herr Tanner: Geben Sie Stanislawski und der Mannschaft noch Zeit sich zu beweisen. Gerannt sind sie gestern ja ordentlich, wenn auch ohne Effekt!
 
 
+12 #3 Sascha 2012-02-09 10:20
Man kann sich nur wünschen, dass Stani weiter arbeiten darf und mal wieder dringend notwendige Ruhe einkehrt. Die Herbstmeistersc haft 2008 ist im Nachhinein fast ein "Fluch". So einen Lauf hat man halt nur alle 20 Jahre (wenn man nicht gerade der FC Bayern ist). Leicht wird vergessen, dass von der 2008er mannschaft kaumn noch einer da ist. Mit dem Substanzverlust der letzten Zeit, hätte jeder Trainer seine Probleme. Und lasst bitte blos Babbel weg, sonst spielen wir vor noch wenigeren Zuschauern.
 
 
+14 #2 Hoffe-Fan 2012-02-09 09:54
Wie war das nochmal, Herr Hopp:"8 Jahre für Stani!" , "Stani ist ein Glücksfall!"? Stani hat nur den vorgegebenen Umbruch innerhalb eines halben Jahres eingeleitet und soll nun für die Arbeit büßen? Was man mit Stani macht(e) ist eine Schande!
Und dann? Babbel holen und ihn dann im Sommer entlassen, falls er die Mannschaft nicht erreicht? Ganz großes Kino von den Herren in unserer Chefetage!
Ab nächste Saison gibt es eine S-Karte weniger! Dann sollen sich die pfeifenden Nörgler, Eventies und Erfolgsfans in die Süd stellen! Viel Spaß!
 
 
+40 #1 Oliver 2012-02-09 08:52
Die Trennung von Stani wäre ein falsches Zeichen und vor allem der falsche Weg für die Zukunft der TSG. Hatte Hopp nicht selbst gesagt: "Gebt Stani die Zeit!"?
Um ganz ehrlich zu sein, wenn ich den Namen Babbel als potentieller Nachfolger lese, wird mir Angst und bange! Was will die TSG mit diesem Coach? Naja, in das Beuteschema von Tanner würder er passen und unser Management wird immer bayrischer, ob dies ein guter Weg ist?
Fakt ist, dass ein Rauswurf von Stani die Zuschauerzahl in der Rhein-Neckar-Arena weiter in den Keller stürzen wird!
 

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