„Man muss Schläge aushalten können“
Geschrieben von: Wolfgang Brück   
Samstag, den 04. Februar 2012 um 08:24 Uhr

Lakic-010212-03sSrdjan Lakic und die Bedeutung seines Tattoos: Blut, Tränen, Schweiß

 

 

 

„Der Herr kommt gleich“, sagte Pressesprecher Holger Tromp. Zwanzig Minuten später war der Herr da. Gerade rechtzeitig zur Laudatio von Holger Stanislawski. Mit Srdjan Lakic (28) hat der Trainer von 1899 Hoffenheim seinen Wunschspieler bekommen. Einen kopfballstarken, zweikampfstarken, willensstarken Angreifer. Einerseits. Und einen „sehr, sehr guten Charakter“, wie Stanislawski hervorhebt, „ein feiner Kerl, ein offener Typ.“

 

Der Kroate hat schon viele Sympathien gewonnen. Anders als mancher seiner Kollegen hat Lakic was zu sagen und wenig Angst, das Falsche zu sagen. „Lucky ist ein intelligenter Mensch“, urteilt Horst Konzok, Sportchef der Rheinpfalz, über den in Dubrovnik aufgewachsenen Profi, „er kann sich sehr gut ausdrücken.“ Konzok hatte drei Jahre das Vergnügen mit Lakic, der beim 1. FC Kaiserslautern maßgeblich am Wiederaufstieg in die Bundesliga und dem folgenden Klassenerhalt beteiligt war. Trainer Marco Kurz machte ihn wegen seiner positiven Ausstrahlung zum Kapitän.

Hoffenheim hat Lakic bis zum Saisonende vom VfL Wolfsburg ausgeliehen. So lange lebt er in einem Hotel in Heidelberg. Seine Frau Antonija und der zweijährige Rafael bleiben erst mal in Norddeutschland. „Wie es danach weitergeht, muss man sehen“, meint Stanislawski, „wir dürfen nicht zu hohe Erwartungen in ihn setzen und glauben, dass er in jedem Spiel fünf Tore schießt, obwohl ich nichts dagegen hätte.“

Der Trainer lässt offen, ob der Neue schon morgen im Heimspiel gegen den FC Augsburg seine Premiere feiert. Und dann sagt Stanislawski einen Satz, der als Seitenhieb auf die Profis zu verstehen ist, die fluchtartig den Kraichgau verlassen haben: „Lucky freut sich wahnsinnig, dass er hier ist. Es ist ein schönes Gefühl, dass einer da ist, der sich darüber freut.“

Srdjan Lakic, in den letzten beiden Tagen vor dem Wechsel zu 1899 Hoffenheim gingen sie durch Hölle und Himmel. Glücklich, dass es doch noch geklappt hat?

Lakic: Ja. Am Sonntagabend hatte ich keine Hoffnung mehr. Um so glücklicher bin ich jetzt. Die Art, wie Hoffenheim Fußball spielt, hat mir schon immer gefallen.

Sie hatten in Wolfsburg nur zehn Einsätze, lediglich vier über die gesamten 90 Minuten. Warum?

Lakic: Das letzte halbe Jahr war keine erfolgreiche Zeit und hat meinem Image geschadet. Zuletzt war ich auch krank und verletzt. Aber nun bin ich wieder fit. Jetzt will ich wieder positive Seiten schreiben.

Wer unter Felix Magath trainiert hat, sollte körperlich in einer guten Verfassung sein.

Lakic: Die Basis stimmt. Ich will ganz schnell in Bestform kommen. Andererseits bin ich erfahren genug, um auch Geduld aufzubringen. Es ist ungewohnt für mich, zu den älteren Spielern zu gehören.

Sie werden als offen und ehrlich charakterisiert. Ihre Ehrlichkeit hat Ihnen aber auch schon geschadet.

Lakic: Es war ein Fehler, mich ein halbes Jahr vor dem Wechsel nach Wolfsburg mit dem VfL-Trikot fotografieren zu lassen. Das wird nicht mehr passieren. Aber ich bin selbstbewusst genug, um auch weiterhin meine Meinung zu äußern.

Sie haben ein Tattoo, auf dem steht: Blut, Tränen, Schweiß. Was wollen Sie damit ausdrücken?

Lakic: Dass man im Leben Schläge einstecken und aushalten muss, sich nicht unterkriegen lassen darf. Es gab schwierige Zeiten in meiner Karriere.

Hoffentlich kommt nun eine erfolgreiche Phase. Vielleicht schon ab Samstag im Heimspiel gegen den FC Augsburg.

Lakic: Ich bin bereit. Das Spiel gegen Augsburg zählt zu den Spielen, die man eigentlich gewinnen muss und das sind genau die schwersten Spiele.

 

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