Tanner räumt auf!
Geschrieben von: Jonas Keinert   
Mittwoch, den 18. August 2010 um 17:38 Uhr

Tanner-220610-01sDer Manager ist von den anhalten Transferspekulationen genervt und räumt auf in der Gerüchteküche

 

Egal ob bei Sebastian Rudy (Stuttgart), Hatem Ben-Arfa (Marseille), Rémy (Nizza), Adrian Ramos (Berlin) oder Ilkay Gündogan (Nürnberg) - in der Hoffenheimer Gerüchteküche brodelt es schon den ganzen Sommer. Und die dabei aufgerufenen Transfersummen steigen oft in schwindelerregende Höhen. Berlin und Nürnberg wollten ihre Spieler nicht unter zehn Millionen Euro ziehen lassen und für Sebastian Rudy soll Hoffenheim dem VfB Stuttgart sechs Millionen Euro geboten haben. Erst kürzlich vermutete auch Hoffenheims neuer Geschäftsführer Frank Briel: "Hoffenheim wird oft mit einem Aufschlag konfrontiert."

Manager Ernst Tanner wird die Diskussion nun zu wild. Er räumt auf, sagt zu dem angeblichen Sechs-Millionen-Angebot für Rudy: "Da ist nichts dran. Es ist unverschämt, was da passiert. Es werden Dinge preisgegeben, die jeglicher Tatsache entbehren."

Die Stuttgarter Nachrichten haben von dem Millionen-Deal berichtet. Tanner: "Die Stutgtarter Nachrichten folgen da irgendeiner Eingebung von Fantasten."

Wie liegt aber nun der Fall Rudy tatsächlich? Tanner wiegelt ab: "Wir sind uns mit dem VfB noch überhaupt nicht einig. Es ist fraglich, ob ein Transfer überhaupt zustande kommt." Es liegt natürlich "am lieben Geld", so Tanner, doch der Manager berichtet von weiteren Hindernissen: "Der VfB muss sich erst dazu durchringen, den Spieler überhaupt abgeben zu wollen." Das ist bisher nicht der Fall, weil die Stuttgarter auf den Außenpositionen noch chronisch unterbesetzt sind. 

Derzeit weilen die Stuttgarter in Bratislava, wo sie am Donnerstag gegen Slovan Bratislava in der Play-Off-Runde zur Europa League spielen müssen. Tanner: "Rudy spielt dort möglicherweise sogar, oder kommt von der Bank. Das ist doch klar. Ich würde an deren Stelle auch so handeln."

Mit einem weiteren Gerücht räumt Tanner auch noch auf. Loic Rémy, der französische Angreifer vom OGC Nizza, wurde von französischen Medien mit der TSG in Verbindung gebracht. Tanner: "Wir müssen uns damit abfinden: Schon wieder wird unser Name einfach dazu benutzt, um Preise in die Höhe zu treiben." An einen Transfer Rémys in den Kraichgau denkt Tanner nicht: "Die Zeitungen schreiben viel. Aber das ist wieder ein Spieler, der von Vereinen umworben wird, in einer Größenordnung wie Liverpool."

Inzwischen ist der Manager auch nicht mehr sicher, überhaupt noch neue Spieler zu verpflichten. "Das ist überhaupt nicht mehr notwendig. Es ist zwar möglich, und wir sind auch noch in Gesprächen, aber es ist kein absolutes Muss mehr", so Tanner. Die Personalnot hat sich in der Offensive entspannt. Demba Ba ist rechtzeitig zum Saisonstart wieder fit und mit Chinedu Obasi rechnen die Kraichgauer schon im September wieder. Der Manager erklärt weiter: "Wir hatten jetzt zwei Monate Vorbereitung und die Mannschaft ist gut in Schuss. Jetzt jemand Neues hineinzuplatzieren halten wir nicht unbedingt für angebracht. Wir gehen jetzt in die ersten Spiele so rein."

Tanner schwenkt um. Eigentlich wollten er und Trainer Ralf Rangnick schon in der Vorbereitung zwei Verstärkungen präsentieren, um den neuen Spielern genug Zeit zur Eingewöhnung in der Mannschaft und in Ralf Rangnicks Spielsystem zu geben. Doch die Zeit lief der TSG davon, die Verhandlungen waren zäher, als zunächst angenommen. Jetzt sagt Tanner: "Wenn wir noch jemand holen sollten, muss man ihm Zeit geben, um sich zu integrieren. Realistisch ist das bis nach der UEFA-Pause im September."

 

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