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| Die Allmacht des Mäzens! |
| Geschrieben von: Wolfgang Brück |
| Dienstag, den 14. Februar 2012 um 08:21 Uhr |
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Aus aktuellem Anlass ein Filmtipp für die Führungskräfte von 1899 Hoffenheim: Schauen Sie sich unbedingt die Satire „Thank you for smoking“ an („Wir danken Ihnen, dass Sie rauchen“). Im Kern geht es darum, dass man um so sympathischer für ein Produkt werben muss, je umstrittener es ist. Die Chefs des Fußball-Bundesligisten können viel daraus lernen. Denn Hoffenheim wird, um es freundlich auszudrücken, nicht eben von Millionen abgöttisch geliebt. Inzwischen rücken sogar die nicht sehr zahlreichen eigenen Fans ab – 147 Karten wurden fürs Spiel in Bremen verkauft –, beklagen fehlende demokratische Strukturen und planen Proteste beim Heimspiel am Freitag gegen Mainz. Wie in Fort Knox würde er sich vorkommen, hat Ex-Trainer Holger Stanislawski gesagt. Hinter den grauen Mauern und hohen Zäunen des Trainingszentrums in Zuzenhausen. Die Absperrungen seien zum Schutz vor den Wildschweinen errichtet worden, erklärt Ernst Tanner. Weniger erfinderisch war der Manager am Donnerstag bei der Entlassung von Stanislawski. Sein Statement dauerte exakt 58 Sekunden. Fragen waren nicht gestattet. „Sie haben sicher Verständnis dafür.“ Bundesweit hat man schon lange kein Verständnis mehr. Vom „kalten Retortenklub“ ist in diesen Tagen wieder zu lesen, von einer „seelenlosen Fußballfabrik“. Hoffenheim sei als Bundesliga-Standort überflüssig. Oder prägnanter: Ex und Hopp. Wir hier drinnen – ihr dort draußen. Die Wagenburg-Mentalität ist verhängnisvoll für ein Unternehmen, das von und mit der Öffentlichkeit leben muss. Bei der Ankunft des neuen Angreifers Srdjan Lakic – eigentlich eine PR-Vorlage – gingen im Schlösschen nacheinander die Rollläden runter. Es herrschte Belagerungszustand: Drei Journalisten und zehn Fans waren vor dem Tor. Vielleicht kann man die angekündigte, aber schnell zum Erliegen gekommene Charme-Offensive wieder ins Rollen bringen, doch das größere Problem ist die Allmacht des Gesellschafters. Sie ist Stärke und Schwäche zugleich. 1899 Hoffenheim hat seinen Aufstieg nur einem Mann zu verdanken: Dietmar Hopp. Ohne Hopp gäbe es keinen Bundesliga-Fußball. Hopp hat ein großes Herz. Hopp tut mit seinem Geld viel Gutes. Er ist ein Segen für die Metropolregion. Darf man einen Menschen, der so gütig und so nobel ist, darf man diesem wunderbaren, liebenswerten Menschen widersprechen? Man darf nicht nur! Nein, man muss! Damit würde man ihm nämlich einen großen Gefallen tun. Wer Entscheidungen von großer Tragweite trifft, braucht das Korrektiv anderer, abweichender Meinungen. Hopp hat ein Recht, hinter die Fassaden zu schauen, was ihm ebenso häufig vorenthalten wird wie unangenehme Wahrheiten. Dabei mangelt es dem Gönner nicht an Freunden. Zahllose Berater, Spezialisten, Experten umschwärmen ihn wie die Motten das Licht. Jedoch: Wer will nur an die dicke Brieftasche? Wer meint es ehrlich? Armer reicher Mann! Die Wahrheit erfordert Mut. Manchem ist Ehrlichkeit schlecht bekommen. Auch ein Milliardär ist nur ein Mensch, der es gut findet, wenn man ihm Recht gibt und Kritik mit Illoyalität verwechseln könnte. Das Problem ist nicht, dass Hopp zu oft den Mund aufmacht. Das Problem ist, dass zu viele Hopp nach dem Mund reden. Wer sich von vorauseilendem Gehorsam leiten lässt, von der Angst, in Ungnade zu fallen, macht sich klein und hilft damit nicht dem Unternehmen. Auch deshalb häufen sich die Fehler, auch deshalb wirkt der Bundesligist steril und stromlinienförmig. Er bekomme nicht so viel Widerspruch, wie er es verdient habe, hat der Mäzen selbst festgestellt. Wie wahr. Ein Mann wie Dietmar Hopp hat mehr Aufrichtigkeit verdient. |







Kommentare
Ich bin zur TSG gekommen durch ehemalige Spieler in der Regionalliga und andere Bekannte, die ich aus meinen privaten und beruflichen Umkreis kannte und kenne! Für mich war die Philosophie des Vereins einer der Hauptgründe eine Dauerkarte und die Mitgliedschaft in dem Verein zu erwerben! Bis zur Stani-Entlassung hatte ich alle Entscheidungen rechtlich und wirtschaftlich für mich abgenickt! Aber seit der Trainerentlassu ng muß ich mir ernsthaft die Frage stellen ob nicht Dietmar Hopp sondern seine "Flüsterer" hier die Macht haben! Was ihre Ziele sind, scheint wohl klar zu sein: Profit! Herr Hopp scheint in diesem Beirat der Gegenpol zu sein! Er hat wahrscheinlich die "soziale und vernünftige Ader" in diesem Beirat!
50+1 gibt es und wird es hoffentlich in Zukunft weiter geben! Es kann nicht sein, daß ein Beirat indem nur profitgesteuert e Manager sitzen den Verein steuern und maßgeblich ins Spielgeschäft eingreifen! Dafür gibt es die 50+1 Regel, die da gegensteuert!
Wenn Herr Hopp das Sagen hätte, würde Stani jetzt noch auf der Trainerbank sitzen!
Schade um Stanislawski. Die Menschlichkeit musste gehen.
Viele schöne Erfolge in Zukunft mit den dazugehörigen Fans.
Ich finde das Engagement von Dietmar Hopp jedoch trotzdem richtig. Er wäre in Zukunft allerdings gut beraten, Tanners Arbeit nicht zu übernehmen und sich auch im Umgang mit den Medien etwas professioneller zu verhalten (man denke an das Interview zum Thema Stani. Was ein paar Tage später passierte wissen wir ja alle!).