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| Dietmar Hopp versteht einiges nicht |
| Geschrieben von: Wolfgang Brück |
| Dienstag, den 07. Februar 2012 um 07:21 Uhr |
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Wer Hoffenheim liebt, muss in diesen Tagen bei der Zeitungslektüre leidensfähig sein. Nach dem 2:2 gegen Augsburg lassen die Kommentatoren kaum ein gutes Haar am Kraichgau-Klub. BILD ätzt: „Stanislawskis Sauhaufen hat keinen Bock mehr.“ Der kicker vermisst „Struktur“, kritisiert „körperloses Spiel“. Die Berliner Zeitung urteilt: „Lethargisch, formlos, vogelwild.“ Die Deutsche Presse-Agentur stellt die Frage: Ist das Projekt von Stanislawski gescheitert? Vor dem Pokal-Viertelfinale morgen (19 Uhr) gegen Greuther Fürth ist Feuer unterm Dach. Zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Denn im Heimspiel gegen den Zweitligisten hat Hoffenheim die „historische Chance“ (Manager Ernst Tanner), erstmals in seiner Vereinsgeschichte das Halbfinale zu erreichen. Dietmar Hopps Sehnsucht geht sogar noch weiter. „Mein Traum ist das Endspiel in Berlin“, verriet der Gesellschafter kürzlich. Doch was der Mäzen derzeit erleben muss, kommt ihm wohl eher wie ein Albtraum vor. Als Vorsitzender des Beirates ist er verpflichtet, Fehlentwicklungen anzusprechen. Als Gesellschafter ist es für ihn eine Horror-Vorstellung, sollte Hoffenheim tatsächlich den Weg in die 2. Liga antreten müssen. Als glühendem Fan tun ihm die dürftigen Leistungen seiner Mannschaft einfach nur weh. „Augsburg - das war ein Tiefschlag“, sagt Hopp, „aber leider kein Einzelfall. Auch die Spiele gegen vier Kellerkinder und stark ersatzgeschwächte Hannoveraner konnten wir nicht gewinnen.“ Hopp fragt sich, ob „die Spieler die Köpfe frei haben“, ob vielleicht die Kraft fehlt. Dass Augsburg am Ende dem Sieg näher war, kann zu diesem Schluss verleiten. „Es ist schwer, eine Linie zu erkennen“, sorgt sich Hopp, „bei Ralf Rangnick war zu sehen, dass er ein Pressing spielte.“ Würde Stanislawski auch gerne, doch leider machten dabei nicht alle mit, sagt Ernst Tanner. „Wenn sich drei beim Pressing verweigern, geht nichts mehr“, meint der Manager. Auch deshalb habe Hoffenheim zu wenige Tore geschossen. „Wir erobern zu selten frühzeitig den Ball, um damit den Gegner in der Vorwärtsbewegung zu überrumpeln.“ Tanner versucht, den Trainer aus der Schusslinie zu nehmen. Er gibt zu bedenken: „Hoffenheim ist in einer schwierigen Phase. Wir müssen Kosten reduzieren, haben wahnsinnig an Qualität eingebüßt.“ Die Erwartungshaltung sei zu groß. „Wir dürfen doch nicht außer Acht lassen, dass wir immer noch vor Vereinen wie Stuttgart, Hamburg und Köln stehen, von Wolfsburg ganz zu schweigen, deren Etat höher ist als der unsere.“ Auch Stanislawskis Vorgänger – Ralf Rangnick und Marco Pezzaiuoli – hätten Schwierigkeiten gehabt. Ganz folgen will Hopp dieser Argumentation nicht. „Unser Etat ist gutes Mittelfeld. Wir haben nicht nur Spieler verloren, es sind auch Neuzugänge gekommen. Alle wussten doch, was uns erwartet. Dass uns Chinedu Obasi und Vedad Ibisevic wahrscheinlich verlassen würden, war schon im Sommer abzusehen. Da muss man sich drauf einstellen.“ Bis heute, sagt Hopp, könne er nicht verstehen, weshalb auch Gylfi Sigurdsson nach England geflüchtet ist. Bei Swansea in der Premier-League zählt der Isländer jetzt zu den besten Spielern. Vielleicht ist es übertrieben, von einem Schicksalsspiel morgen zu reden. Einem Schicksalsspiel auch für den Trainer? Doch bei einer Niederlage könnte es eng werden, zumal es am Samstag zu Werder Bremen geht, wo Hoffenheim vermutlich auch nicht hoch gewinnen wird. Vielleicht kommt aber auch alles anders. Vielleicht raffen sich die Hoffenheimer gegen Fürth zu einer Trotzreaktion auf. Zumal Stanislawski, der Sympathieträger, angekündigt hat, Änderungen in der Mannschaft vorzunehmen und nur noch die spielen zu lassen, die sich seinen Anweisungen folgen, die kämpfen und rennen. Hopp hofft: „Wir müssen gegen Fürth gewinnen. Wer weiß, wann diese Chance wiederkommt.“ |







Kommentare
Super Kommentar! Mit Demba Ba hat´s angefangen und ich wäre nicht verwundert, wenn man ihm nach dem Sommerflirt mit dem VfB die Option für einen späteren Wechsel ins Ausland geboten hat. Im Winter kam ein gutes Angebot und Tanner wollte davon nix mehr wissen. Demba Ba ist eingeschnappt und fühlt sich hintergangen (darf man nicht unterschätzen, da er von der Motivation und Identifikation lebt) und entscheidet sich für den Laden keinen Fuß mehr auf´s grün zu setzen. Der Rest ist bekannt - Demba wird für Peanuts abgegeben (Marktwert damals ca. 6-7 Mio Euro).
Die Story um Gylfi schließt den Kreis und Hopp´s Verwunderung dazu überrascht mich nicht. Mal schauen wie lange Hopp sich das Spiel noch anschaut.
Der Trainer ist eigentlich auch gut, denn er hat als Lehrgangsbester die Fußballlehrerau sbildung abgeschlossen und gleichzeitig noch eine Profimannschaft trainiert. Also, muss er Ahnung haben.
Das, was nicht gut ist, dürften die atmosphärischen Schwingungen sein, die die Verantwortliche n in Hoffenheim verbreiten.
Herr Tanner dürfte relativ unsensibel sein, da er ja auch indirekt die Zuschauer in Hoffenheim bereits attackiert hat. Des Weiteren musste wohl Hopp persönlich eingreifen, um Lakic nach Hoffenheim zu holen.
Dass das Verhältnis Tanner-Stanislawski auch nicht das beste ist, dürfte man auch bereits realisiert haben.
Hoffenheim sollte mal einen Mediator beauftragen, die verkrusteten Strukturen zwischen Management, Trainerteam und Spielern aufzubrechen.
Ich denke, dass Hoffenheim mehr Leute in entscheidenden Funktionen benötigt, die neben der Kostenrechnung auch über emotionale Intelligenz verfügen.
Herr Tanner soll sich wieder um den Nachwuchs kümmern und Stanislawski sollte bei der Suche nach einem neuen Sportdirektor mit einbezogen werden.
Herr Hopp sollte seinen Verantwortungst rägern klar machen, dass sie miteinander arbeiten müssen und nicht gegeneinander. Er sollte in dieser kritischen Phase auch jeden Tag vor Ort sein, mit allen Beteiligten viel sprechen, viel beobachten und seine eigenen Schlüsse daraus ziehen und dann entsprechend personell reagieren.
1. Tanner entmachten, er bringt nur Chaos in die Reihen, speziell bei den Spielern. 2. Beck, Salihovic und besonders Babel auf die Tribüne schicken, dann können sich die anderen Spieler wieder entfalten.
Das Dilemma begann doch mit Luiz Gustavo! Der wollte fort und Sie Herr Hopp setzten sich dafür ein. Jetzt entschuldigen Sie bitte Herr Hopp, da ist es nur nachvollziehbar , dass Spieler wie Ba, Obasi, Ibisevic, um nur die wichtigsten zu nennen, dass selbe verspürten. Die Folge wird wahrscheinlich sein, dass Sie dadurch den dritten Trainer verschleißen werden. Jetzt stellen Sie sich hin und „verstehen einiges nicht mehr“. Da kann ich nur sagen, ich als Hoffe-Fan verstehe schon lange nichts mehr, was die Politik der TSG an betrifft. Spieler wie Sigurdsson und Simunic, die man für teueres Geld eingekauft hat und nach kurzer Zeit wieder abgibt, zeugen ebenfalls nicht von überlegter Einkaufspolitik . Vom aktuellen Großeinkauf Ryan Babel gar nicht zusprechen. Es drängt sich für mich der Eindruck auf, dass bei der TSG an den verkehrten „Stellschrauben “ gedreht wird.
Wenn ich als Trainer Sanktionen (wie z.B. wegen zu spät kommen) öffentlich mache in der Bild-Zeitung und die Leute noch zusätzlich aus dem Kader werfe, so bin ich psychologisch eine Null.
Dazu kommt der Manager, der meines Ermessens nach unehrlich ist, angefangen bei der Sache Demba Ba, wo ich mittlerweile dem Spieler mehr glaube als Tanner. Auch Tanner verhält sich kontraproduktiv und ist, wie man diverse Male lesen konnte, auch kein "Freund" der Spieler. Tanner ist dem Jugend- und dem Sparwahn verfallen, wobei er bis 2014 Zeit gehabt hätte und kein Harakiri gefragt war.
Tanner und Stanislawski sind eine Fehlbesetzung, schönen Angriffsfußball und Kampf werden wir unter diesen Herren nicht mehr sehen, es wird höchstens ein Gang in Liga 2.
Radikales und vielleicht auch nicht ausreichend durchdachtes Sparen muß doch automatisch zu einem solchen Qualitätsverlus t führen. Daß Spieler und Fans frustriert sind, ist doch ganz klar. Der Grat auf dem wir jetzt gehen, ist schon viel zu schmal! Schuldfrage: Ganz einfach. Die Entscheidungstr äger sollen sich an der Nase fassen. An erster Stelle vielleicht der Manager!