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| Mannschaft ohne Männer |
| Geschrieben von: Frank Enzenauer |
| Montag, den 29. Oktober 2012 um 07:55 Uhr |
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„Enttäuscht?“ Andreas Müller, Mundwinkel ganz unten, verdrehte die Augen und schaute entsetzt in die Runde. „Enttäuscht? Ich hab Frust!“ Der Manager von 1899 Hoffenheim wirkte, als sei er frisch und völlig unerwartet von seiner Liebsten verlassen worden, er redete sich in Rage nach dem zutiefst deprimierenden 0:3 (0:1) beim FSV Mainz 05. „Mainz läuft mehr, Mainz sprintet mehr, Mainz hat mehr Willen, Mainz hat mehr Torschüsse – was soll ich denn noch alles aufzählen?“, sagte Müller, der vor dem Spiel nimmermüde „Leidenschaft“ von seiner angeblich hoch begabten Mannschaft eingefordert hatte und dann eine Partie erlebte, die nur Leiden schuf. „So ein Zweikampfverhalten reicht nicht, um in der Bundesliga zu bestehen.“ Es war ein Tag der gnadenlosen Zustandsbeschreibung. Schon die Körpersprache von Trainer Markus Babbel verriet Ratlosigkeit und Mattigkeit, und seine Worte drückten nur Ohnmacht aus. „Mainz war gieriger, bissiger und Mainz wollte den Sieg“, sagte Babbel und fällte somit ein vernichtendes Urteil über die Hoffenheimer Mentalität. „Auf der anderen Seite stand eine Männermannschaft“, ätzte Babbel, „und wir haben gedacht, das nur spielerisch zu lösen …“ Wieder einmal. Wie bereits beim peinlichen 0:4 im Pokal beim Viertligisten Berliner AK oder beim 0:4 im ersten Heimspiel dieser bislang so schrecklichen Saison gegen Eintracht Frankfurt reagierte Hoffenheim in Mainz wehr, ehr- und hilflos auf einen Rückstand, ohne Mumm und ohne Kampfeslust. Und ohne erkennbaren Plan. Babbels Warnungen blieben unerhört, sein Wunsch, die Spieler aus der 1899-prozentigen Komfortzone zu führen, scheint ein frommer zu sein. Ob der Trainer die Mannschaft überhaupt noch „erreiche“, wurde Manager Müller in Mainz gefragt. Die Antwort fiel knapp aus: „Ja.“ Ob er dem Trainer unvermindert vertraue, wollte dann ein Reporter wissen. Nochmals: „Ja.“ Doch Babbel, seit Februar beim Kraichgau-Klub tätig, ist schwer angezählt vor der Partie am kommenden Samstag in der Rhein-Neckar-Arena gegen Schalke 04. Noch hält Gesellschafter Dietmar Hopp seine schützende Hand über den Trainer, heißt es. Aber eine Beschäftigungsgarantie ist das nicht, in Hoffenheim wurden entgegen aller Beteuerungen schon Trainer mit besseren Punktequoten aus dem Dorf gejagt. In Mainz wurde nach 45 Minuten der Karneval ausgerufen. Hoffenheims Torhüter Tim Wiese hatte gerade Position bezogen vor der Nullfünfer-Fankurve, wurde mittels Sprechchören übel verunglimpft, der temperamentvolle Stadionsprecher startete einen Ordnungsruf – und musste mitten im Satz abbrechen, weil Adam Szalai 24 Sekunden nach Wiederanpfiff mit einem Flachschuss das 2:0 glückte. Szalai hatte zuvor bereits das 1:0 geköpft (21.) und war dann später abermals erfolgreich zur Stelle: einen Eckball von Nicolai Müller verlängerte der Mainzer Held zum 3:0 (64.). Eine Szene, die heftige Diskussionen in der Hoffenheimer Abwehr auslöste. Wiese deutete mit den Fingern auf die Leere des Raumes, Innenverteidiger Marvin Compper redete erregt auf den Kameraden Jannik Vestergaard ein, und auch Daniel Williams wurde in die hitzige Gesprächsrunde aufgenommen. Die Schuldsuche nach Zuständigkeiten führte zu nichts, kollektives Versagen wurde hinterher beklagt. „Wir haben es völlig versäumt, nah an den Gegenspielern zu sein“, sagte Kapitän Wiese in der Mixed Zone. „Die zweite Halbzeit war katastrophal. Kein Ehrgeiz, keine Power. Wir haben uns versteckt.“ Der Torhüter kam sich buchstäblich wie der letzte Mann vor. Im Stich gelassen von seinen Vorderleuten. Mit drei Rettungstaten (gegen Zdenek Pospech und zweimal gegen Nicolai Müller) verhinderte Wiese gar ein Ergebnisdebakel in Mainz, doch seine persönliche Rundenbilanz ist zum Haareraufen: 21 Gegentreffer in sechs Plichtspielen für Hoffenheim. „Keine Ahnung, ich weiß es nicht, ich verstehe es nicht“, sagte Wiese zu Fragen nach den bizarren Defensivschwächen des Tabellenvierzehnten. Nur noch zwei Pünktchen ist Hoffenheim von einem Abstiegsrang entfernt, doch den Abgrund erblicken sie nicht. „Ist übertrieben“, sagte Wiese zum Thema Abstiegskampf. „Nichts überstürzen“, riet Linksverteidiger Fabian Johnson, „wir haben uns noch nicht damit befasst.“ Sie haben Zeit. Heute ist trainingsfrei. |
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Kommentare
Gäbe es bei mir nach so einer Leistung sicherlich nicht.
Videoanalyse (Mainz Spiel), Laufeinheit, gemeinsames Mittagessen, Videoanalyse (Szenen aus dem Spiel gegen Hannover oder Stuttgart sowie Dortmund vs. Real), Pass-Training sowie Übungen zum Stellungsspiel
Die sollten die Laufwege und das Stellungsspiel besser verinnerlichen. Es darf nur spielen, wer die Sachen drauf hat. Alle anderen machen Zusatzeinheiten und zuschauen....
ABER NEIN: TRAININGSFREI !!!!!
In USA heißt es immer "Offense wins game, Defense wins championship." Für die die nicht so bewandert sind im englischen: Der Angriff gewinnt das Spiel, die Verteidigung gewinnt die Meisterschaft. Oder auch die Null muss stehen vorne kegeln wir schon noch eins rein. So einfach ist das.
Mein Fazit!!!
Ich bin mir nicht ganz sicher ob Herr Babbel diesen Winter in Hoffenheim übersteht. Wenn würde es wundern!!
werden könnte und zwar bei den Partien gegen Hannover und vor allen Dingen beim Spiel in Stuttgart. Da hat es unheimlich viel Spass gemacht zuzuschauen und die Fans standen auch wie eine Eins hinter der Mannschaft. So muss es sein! Meine Güte der Verein hat in letzter Zeit so oft den Trainer gewechselt und was hat es gebrachtt ... ÜBERHAUPT NICHTS!!. Lasst uns aufhören immer über den Trainer oder einzelne Spieler vor allen Dingen Tim Wiese zu reden. Wir sollten alle gemeinsam versuchen da wieder raus zu kommen, denn das die Mannschaft Qualität hat ist unbestritten. Die Spieler müssen endlich wieder alles geben, den Fans zeigen dass sie bereit sind gegen den Ball zu arbeiten. Nicht immer die Schuld auf einzelne wie vor allen Dingen dem Trainer schieben! Wir alle zusammen (Trainer, Mannschaft und Fans) sind Hoffe und nur zusammen kann man seine Ziele erreichen. Also nach vorne schauen: Auf gehts Hoffe - kämpfen und siegen!! Und keine Alibis mehr!