Dramatik am Ende
Geschrieben von: Frank Enzenauer   
Samstag, den 20. Oktober 2012 um 10:23 Uhr

BallundBeine-01In der Nachspielzeit kassiert 1899 Hoffenheim gestern Abend den 3:3-Ausgleich gegen den Tabellenletzten SpVgg Greuther Fürth

 

Mühsamer Beginn, dramatisches Ende: Die TSG 1899 Hoffenheim musste sich am Freitagabend mit einem 3:3 (1:1)-Unentschieden gegen den Bundesliga-Letzten SpVgg Greuther Fürth begnügen. In der turbulenten Schlusssphase hatte erst Joselu das 3:2 für „Hoffe“ erzielt (89. Minute), ehe in der Nachspielzeit dem Fürther Lasse Sobiech der Ausgleich gelang. Die (offiziell) 22 150 Zuschauer in der Rhein-Neckar-Arena waren hin- und hergerissen und verließen kopfschütteelnd den Tatort.

Und wieder erwischte Tim Wiese einen Abend zum Vergessen. Nach schrecklichem Saisonbeginn mit 15 Gegentreffern in vier Spielen und überstandener Adduktorenverletzung stand der Ex-Nationalkeeper wieder im Hoffenheimer Tor. Schuldig an den Punkteverlusten gegen Fürth war Wiese freilich nicht, auch wenn er wenig Souveränität ausstrahlte.

Überraschend rückte Denis Streker vom Regionalligateam in die Startelf. Er vertrat den „gelb-gesperrten“ Daniel Williams im defensiven Mittelfeld. „Denis hat sich’s verdient, reinzuschnuppern“, erklärte 1899-Cheftrainer Markus Babbel: „Er hat über Wochen konstante Leistungen gezeigt.“

Nach zwei „Nullnummern“ vor der Länderspiel-Pause (0:0 gegen Augsburg, 0:2 beim FC Bayern) bejubelte Hoffenheim gegen den Aufsteiger ein schnelles Führungstor: Einen Freistoß von Sebastian Rudy köpfte Roberto Firmino ins Netz (8. Minute). Zuvor hatten die Blauen Glück gehabt, als Edu völlig freistehend im Strafraum über Wieses Kasten schoss (5.). Der Vorsprung sorgte für gute Laune in der „Bierkurve“, die Stehplatzfans sangen fröhliche Lieder. Dennoch hat die TSG 1899 ein Publikumsproblem: Tausende Plätze in der Sinsheimer Arena blieben beim Flutlichtkick unbesetzt.

Hoffenheim hatte frühzeitig die Chance zur Vorentscheidung, doch Takashi Usami scheiterte nach flinkem Sololauf an Fürths Keeper Max Grün (21.). Stattdessen fiel der Ausgleich: Nachdem Wiese einen strammen Schuss von Edgar Prib abgewehrt hatte, reagierte Zoltan Stieber prompt und beförderte den Abpraller zum 1:1 hinter die Torlinie (39.). Zu passiv verhielt sich die Defensive.

Schöpferische Pausen im Übermaß gönnten sich freilich auch die Kameraden von der Kreativabteilung. Das spielerische Niveau war bescheiden, Fehlpässe in Serie wurden produziert, Torgelegenheiten resultierten aus Einzelaktionen.

Als erste Pfiffe zu vernehmen waren, rafften sich die Hoffenheimer auf. Erst vergab Kevin Volland eine dicke Chance, als er den Ball durch Grüns missglückten Abschlag „geschenkt“ bekam (64.), wenig später setzte sich der Juniorennationalspieler energisch in einem Zweikampf durch, passte zu Joselu – und der spanische Stürmer erzielte das 2:1 (67.).

Endlich wurde der Favorit temperamentvoller und wollte die Entscheidung herbeiführen. Doch das strebende Bemühen wurde nicht belohnt, am Ende herrschte Entsetzen beim Kraichgauklub. Höchst aufregend verliefen die letzten Minuten: Erst erzielte Stiebler mit einem Flachschuss das 2:2 (84.), abermals Joselu antwortete mit einem Kraftakt zum 3:2 (89.), ehe Lasse Sobiech in letzter Sekunde der Nachspielzeit das Fürther 3:3 glückte und 1899 den Abend vermasselte.

 

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