Wahre Freunde
Geschrieben von: Joachim Klaehn   
Dienstag, den 25. September 2012 um 08:28 Uhr

BallundBeine-01Ein Kommentar der "Rhein-Neckar-Zeitung"

 

Es ist nachvollziehbar, dass es bei der TSG 1899 Hoffenheim keine Fankultur wie bei Borussia Dortmund, Schalke 04, Bayern München, Borussia Mönchengladbach oder dem Hamburger SV geben kann. Die Liga feiert ihr 50-jähriges Dienstjubiläum – und „Hoffe“ zählt eben erst seit der Saison 2008/2009 zur Belegschaft. Der Blick aus dem Keller ist für alle eine neue Erfahrung. Am Sonntag hatten die Getreuen einen Publikumspreis verdient. Diejenigen, die bei spätsommerlichem Wetter im Stadion waren, unterstützten das Team bedingungslos. Erst in der Not zeigen sich die wahren Freunde ...

Diese positive Grundhaltung konnte nach den teilweise desaströsen Vorstellungen der Babbel- Schützlinge nicht unbedingt erwartet werden. Die Ausgangslage ist im professionellen Teamsport ganz einfach: Gehen die Hauptdarsteller mit Feuer ans Werk, dann überträgt sich der Funke auf die Kulisse. Trainer Babbel etwa wischte die kleine Krise vom Tisch: „Heute waren wir eins: Mannschaft, Fans, Verein.“ Und Marketingfachmann Jochen A. Rotthaus hatte zur Einstimmung in die zweite Ausgabe des Stadionmagazins geschrieben: „Auch die Entwicklung in den ersten Spielen war positiv, wenn wir uns auch eine schnellere Umsetzung gewünscht hätten.“

Sportsfreunde, gemach gemach. Neu-Manager Andreas Müller geerdet: „Das war ein kleiner Anfang – nicht mehr.“ Dem weitere Schritte, gerade in den Heimspielen gegen Augsburg und Fürth, folgen müssen.

Nicht zu übersehen war gegen die schlappen Hannoveraner die mäßige Resonanz. 23 575 Tickets mögen verkauft gewesen sein, anwesend waren in der Rhein-Neckar-Arena geschätzte 19 000. Auf allen Tribünenflanken gab es erhebliche Lücken. Ist dies die klassische Reaktion auf eine sportliche Misere? Oder steckt doch substanziell mehr dahinter? Der Imagewert ist regional gesunken, und bundesweit sind die Aktien als Symbol für den Abwärtstrend „bärig“.

Als „Bulle“ kam Hoffenheim in der Premierensaison 2008/2009 daher. 17 Spiele, 17 Mal ausverkaufte Arena (in Mannheim und Sinsheim). Im vergangenen Spieljahr war das schmucke Stadion noch sechs Mal voll. Minusrekord vermeldete man am 4. Februar 2012 gegen den FC Augsburg (22.500). Babbel und seine Elf stehen demnach weiterhin in der Bringschuld. Es sollen schließlich wieder mehr Freunde gefunden werden ...

 

Kommentare 

 
+3 #7 Otto 2012-09-26 09:11
Natürlich gibt es auch im S1/S2 Block noch einiges zu verbessern. So würde ich mir z.B. wünschen, dass die angesprochenen Leute "am Rand" mehr die Farben des Vereins zeigen würden, damit es auch eine "blauweiße Wand" wird! Das gilt aber auch für ALLE Anhänger der TSG im Stadion, auch im Businessclub!! Mainz wird hier zu recht als gutes Vorbild genannt! Da gehört es für die Zuschauer einfach zum guten Ton, in Rot-Weiß ins Stadion zu gehen. Ist doch nicht so schwer? Muß auch nicht alles aus dem Fanshop sein! Und im übrigen gilt: "wer nicht singt muß sitzen!"
 
 
+2 #6 Norbert Schell 2012-09-25 23:18
Schön wär's ja, wenn tatsächlich der gesamte S1/S2 Block wie ein Mann hinter der Mannschaft stehen und sie auch dementsprechend anfeuern würde. Die stimmgewaltige und auch über die gesamten 90 Minuten andauernde Unterstützung kommt jedoch leider nur aus der Mitte des Stehblocks, an den Seiten (vornehmlich in Richtung Q/R-Sitzblock) wird's doch dann recht schnell auch sehr ruhig. Ich steh meist direkt an der Nahtstelle und es ist wirklich nicht leicht, die in diesem Bereich nur zuschauenden Zuschauer zum lautstarken Supporten zu animieren. Ein Vorschlag: Unsere Einpeitscher (unten rechts), die ja den Support von Alex von oben dort unterstützen, sollten vielleicht noch von zwei weiteren Jungs auf der anderen Seite Unterstützung erhalten! Ein Versuch wäre das allemal wert.
 
 
0 #5 Ute D. 2012-09-25 19:28
Ich erinnere mal ans vorletzte Spiel gegen Frankfurt: wer hat der Mannschaft nach dem Spiel den Stinkefinger gezeigt? das waren "Fans" aus dem S-Block! Und wo waren die lautesten Pfiffe zu hören? Aus dem S-Block.
 
 
+1 #4 TSGOle 2012-09-25 18:15
@Ernie Ich bin einer dieser angeblichen Erfolgsfans die du aus Block R erwähnst. Du stehst wahrscheinlich mittendrin und merkst gar nicht, dass schon 2m am Rand von S1/S2 keine Stimmung mehr ist. Und in R hörte man z.b. nur die Frankfurt Fans. Ich würde als gerne mitmachen (mach dies auch öfters), aber wenn man gar nicht hört was grad gesungen wird, kann man schlecht mitmachen. Es nervt einfach, wenn manche immer meinen sie sind die ultimativen Fans nur weil sie in S1/S2 stehen...
Allerdings war gegen Hannover eine wirklich richtig super Stimmung auch bei uns in R, sodass auch ich endlich mal wieder heisser nach Hause gekommen bin.
Also ich bitte euch hört auf immer andere Hoffe Fans nieder zu machen. Die haben schlussendlich auch keinen Vortänzer direkt vor sich...
 
 
+1 #3 Basti 2012-09-25 15:10
Der Support war gegen Hannover wirklich beeindruckend. Ich finde es allerdings traurig, wenn ich von manchen Dauerkartenbesi tzern höre, dass sie nicht da waren, weil sie keine lust hatten, sich so ein "ödes Geckicke" wie in den ersten Spielen anzuschauen. Als richtiger Fan steht man aber auch in schlechten Zeiten zur Mannschaft.
genauso wenig Verständnis habe ich für Leute, die beim kleinsten Fehler oder beim ersten Fehlpass anfangen zu pfeifen! Wegen mir können diese Leute gerne zu Hause bleiben!
 
 
+7 #2 Ernie 2012-09-25 10:03
Baut die gesamte Südtribüne zu Stehplätzen um. Die würden nach kurzer Zeit alle mit Hoffe Fans belegt sein die richtig Stimmung machen, nicht beim ersten Fehlpass pfeifen oder zu Hause bleiben wenns mal nicht gut läuft. Auf die Typen, die nur zu den Bayern, Dortmund oder Gladbach Spielen kommen kann man meiner Meinung nach gerne verzichten.
Ich beneide Mainz für ihre Stehplatzwand hinterm Tor, dort geht die Post so richtig gut ab. Bei uns sitzen rechts und links der Stehplätze Erfolgsfans, die beleidigt die Nase rümpfen wenns nicht gleich gut läuft oder der Fanblock anfängt zu toben.
 
 
+23 #1 Otto 2012-09-25 09:38
Dass die S1/S2 Fan-Blöcke wieder voll waren und wieder wie ein Mann hinter der Mannschaft standen war sehr beeindruckend.
Wir Fans sind eine Macht im Stadion, wenn wir so auftreten!
 

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