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| Historisch oder hysterisch? |
| Geschrieben von: Wolfgang Brück |
| Mittwoch, den 08. Februar 2012 um 12:26 Uhr |
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Holger Stanislawski war schon besser drauf als gestern, einen Tag vor dem Pokal-Viertelfinale gegen Greuther Fürth. Am Hoffenheimer Trainer ist die Kritik von Dietmar Hopp nicht spurlos vorbeigegangen. DerMäzen hatte beklagt, dass keine Linie zu erkennen sei, sich gefragt, ob die Kraft fehle oder die Köpfe der Spieler nicht frei seien – die RNZ berichtete exklusiv. Dazu äußern mochte sich Stanislawski nicht. Nur so viel: „Man könnte viel dazu sagen. Aber ich war und bin immer loyal. Gegenüber den Spielern, dem Verein und auch gegenüber Herrn Hopp.“ Und er stellte noch mal klar: „Ich werde mit Sicherheit nicht hinschmeißen.“ Einen Maulkorb verpasste sich auch Tom Starke. „Ich habe nicht das Recht zu kommentieren“, erklärte der Torwart, dem man ansehen konnte, wie sehr es in ihm brodelte. Im günstigen Fall werden Hopps Bedenken, die aus der nachvollziehbaren Sorge um seinen Verein entstanden sind, zur Vorlage für das heutige Spiel. Starke: „Wir würden sehr gerne mit Stani weiterarbeiten. Die Mannschaft hat ein hervorragendes Verhältnis zum Trainer. Immerhin hat Hopp erst vor kurzem erklärt, am liebsten wäre ihm, wenn Stanislawski noch acht Jahre in Hoffenheim bliebe. Der Trainer sei ein Glücksfall. Mit seiner offenen, sympathischen Art hat Stanislawski dem oft steril wirkenden Verein neues Leben eingehaucht. Stani geht auf Menschen zu, ist warmherzig und sehr emotional – das ist in einem Job, in dem jedes Wort mehrfach aufgezeichnet wird, nicht ungefährlich, aber erfrischend ehrlich. Über die sportliche Bilanz kann man streiten. Hoffenheim fährt seit einem Jahr einen strengen Sparkurs und hat seine besten Spieler verloren. Da sind (noch) sechs Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz und der Einzug ins Pokal- Viertelfinale so schlecht nicht, auch wenn man die sehenswerten Spiele an den Fingern einer Hand abzählen kann. Stanislawski hat ein schweres Erbe angetreten. Nach RNZ-Informationen waren die Profis nach den Ferien körperlich in einem bescheidenen Zustand. Die Hälfte der Mannschaft mochte sich mit dem Verein nicht mehr identifizieren, die andere Hälfte bestand aus Spielern mit wenig Erfahrung oder/und großen Problemen. Fair beurteilen kann man den Fußballlehrer erst ab der kommenden Saison, wenn er die Mannschaft maßgeblich zusammengestellt hat. Bis dahin hat er eine Chance verdient. Auch in Hoffenheim kann sich der Wind schnell drehen. „Ein Sieg gegen Fürth und ein gutes Ergebnis am Samstag in Bremen – und schon sieht alles anders aus“, hofft Starke. Die Chancen für heute Abend sind schwer einzuschätzen. Tief steckt Hoffenheim im Teufelskreis aus Misserfolgen und Selbstzweifeln. Der Zweitligist hat als Außenseiter einen psychologischen Vorteil. Akribisch betreibt der Trainer die Vorbereitung. Die Fürther 1:3-Niederlage in Dresden sahen sich seine Spieler am Freitagabend gemeinsam an, jeder bekam eine DVD mit einem Zusammenschnitt der Zweitliga-Begegnungen. „Wir haben eine historische Chance, erstmals ins Halbfinale einzuziehen“, sagt Holger Stanislawski. |
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