Lakic: "Ich brenne auf meinen Einsatz"
Geschrieben von: Jonas Keinert   
Donnerstag, den 02. Februar 2012 um 14:09 Uhr

Lakic-010212-02sDie erste Pressekonferenz des neuen Stürmers 

 

 

 

Eloquent, überlegt, erfahren, konzentriert. 1899 Hoffenheims Neuzugang Srdjan Lakic machte bei seiner ersten Pressekonferenz für die TSG einen sehr guten Eindruck. "Lucky" sprach sehr offen über seine Ziele mit der TSG und seine Zeit in Wolfsburg, seine ersten Eindrücke im Kraichgau und seine "Mission" mit der noch jungen Mannschaft.

"Ich freue mich, dass ich hier sein darf. Ich habe einen sehr guten Eindruck und bin wirklich auf eine gute Zeit vorbereitet. Ich freue mich auf die Zukunft und auch auf den Trainer", so Lakic über seinen Dienstantritt. "Klar ist mein Ziel, schnellstmöglich da zu sein und richtig hier anzufangen. Alles andere werden wir sehen. Heute und morgen haben wir Training und dann kommt das Spiel. Ich bin einer, der eher Schritt für Schritt denkt. Natürlich habe ich mir hier einiges vorgenommen und ich brenne auf meinen ersten Einsatz."

Lakic hat die Entwicklung der TSG stets verfolgt, so der Stürmer. "Ich bin hergekommen, weil ich von Hoffenheim sehr viel halte. Der Fußball, den Hoffenheim gespielt hat, hat mir immer sehr gut gefallen. Selbstverständlich ist, dass ich hier bleiben will. Aber erstmal ist das wichtig, was jetzt kommt. Dann sehen wir weiter. Für mich zählt nur die Gegenwart und das sind die nächsten Spiele. Ich habe eine sehr gute Basis, aber mir fehlt die Form. Die bekommt man durch gutes Gefühl, gutes Training, gute Spiele und Selbstvertrauen. Aber es ist nicht das erste Mal, dass ich das erreichen muss. Ich weiß, dass ich das schaffe, aber keiner kann sagen, wie schnell es geht."

Beinahe wäre Lakics Wechsel in den Kraichgau noch geplatzt. "Sonntags, als es schon in den Medien stand, dachte ich auch, der Wechsel sei geplatzt. Aber ich habe die Hoffnung nie verloren, weil ich weiß, was im Fußball möglich ist." Der Wechsel glückte am Dienstag auf den letzten Drücker, wenn auch nur auf Leihbasis. Nun sagt Lakic: "Ich habe hier ein Ziel und der heißt: 15 Spiele in der Bundesliga und den Pokal. Das ist meine Mission. Sich auf ein Spiel zu konzentrieren, ist nicht meine Art."

Bei der TSG ist Lakic mit 28 Jahren der Zweitälteste hinter Torwart Tom Starke. Der Stürmer sagt dazu: "Das ist das erste Mal, dass ich einer der Ältesten bin im Team. Das ändert nichts. Auf dem Platz fragt keiner, wer wie alt ist, sondern wer was bringen kann. Hier herrscht eine gute Mischung, die uns helfen wird."

Bei der TSG trägt er die Nummer 39: "Hier war die 9 besetzt, das ist eigentlich meine Lieblingsnummer. Da habe ich einfach die Nummer genommen, die mir am besten gefällt. Ich bin gläubig, religiös und bete, aber abergläubig bin ich nicht. Im Fußball hat es etwas mit dem eigenen Zustand zu tun. Wer gut arbeitet und Qualität hat, der kann auf dem Platz nicht enttäuschen. Langfristig setzt sich Qualität immer durch. Es kann sein, dass es irgendwo nicht so läuft, wie man es sich wünscht."

Auch über sein letztes halbes Jahr in Wolfsburg spricht Lakic sehr offen. Auf 10 Einsätze (kein Tor) kam er unter Felix Magath, ehe eine Meniskusverletzung ihn stoppte. Lakic: "So schlecht war die Zeit in Wolfsburg nicht. Natürlich habe ich eine unerfolgreiche Zeit in der Hinrunde erlebt. Es ist aber auch oft so gewesen, dass nicht die Wahrheit in den Medien gestanden hat. Ich war nicht in der Lage, zu spielen, weil ich oft krank und verletzt war. Deshalb möchte ich nicht so viel über einen schlechten Eindruck leben. Was mich stört ist, dass es meinem Image sehr geschadet hat, die letzten Monate in Wolfsburg. Aber ich denke, dass ich schon weiter nach vorne gekommen bin. Ich bin in der Lage, eine neue Seite zu schreiben und bin froh, dass ich mit Hoffenheim einen neuen Verein gefunden habe, wo ich meine Qualitäten einbringen kann. Ich bin sehr motiviert und bin ziemlich sicher, dass ich in nächster Zeit wieder in meine Bestform komme. Wie schnell das gehen wird, ist schwer zu sagen. Ich bin erfahren genug, um Geduld zu bewahren. Ich beschäftige mich mit dem Training und meiner Mannschaft, um dahin zu kommen, wo ich hin will."

Und: "Vieles ist passiert. Mein Wunsch war, Wolfsburg zu verlassen, weil ich in Wolfsburg in letzter Zeit nicht glücklich war. Jetzt mit Hoffenheim ist da ein Verein gekommen, den ich immer gut gesehen habe und welchen Fußball ich sehr schätze. Mein Wunsch war, hierher zu kommen. Das war erst realistisch, dann wurde es doch nicht realistisch, aber am Ende hat es geklappt. Ich freue mich auf eine Mannschaft, die Ziele hat. In meiner ganzen Fußballkarriere gab es gute und schwierige Zeiten. Ich war immer stark genug, um die schwierigen Zeiten zu überleben und noch stärker zurückzukommen. Vor mir steht eine neue Zeit, in der ich mich beweisen kann und in der ich mein Bestes erreichen will."

Schon sein Wechsel nach Wolfsburg verlief etwas unglücklich. Noch in Diensten des FCK veröffentlichte der VfL ein Foto mit Lakic, als der sein Wolfsburger Trikot präsentierte. Die FCK-Fans nahmen Lakic das Foto übel, reagierten mit Pfiffen. Lakic kommentiert: "Das ist eine Geschichte, die mir sehr geschadet hat. Sie hat mir und meiner Mannschaft in der Phase einige Erfolge und Tore genommen. Ich war nicht an der Veröffentlichung schuld, aber ich stand auf dem Foto." Doch Lakic erkämpfte sich mit Leistung das Vertrauen zurück, sicherte Kaiserslautern am vorletzten Spieltag ausgerechnet mit dem Siegtreffer gegen Wolfsburg den Klassenerhalt. "Ich brauche mich nicht zu verstecken. Ich weiß, wo meine Schwächen sein können. Ich bin bereit, immer alles zu geben."

Am besten gleich am Samstag gegen Augsburg. Sein Blick auf den kommenden Gegner: "Das sind die Spiele, die man eigentlich gewinnen muss, sind die schlimmsten Spiele. Uns erwartet ein schwieriges Spiel. Augsburg kämpft um ihr Leben. Solche Mannschaften sind unangenehme Gegner. Sie wissen, dass sie nicht mehr viele Chancen auf den Klassenerhalt haben. Wir müssen unser Bestes abrufen und dann werden wir auch gewinnen."

 

Kommentare 

 
+2 #1 Julian 2012-02-03 10:55
Endlich mal ein Spieler, der sich wirklich richtig mit dem Verein identifiziert. Auf eine schöne und lange Zeit in Hoffenheim!
 

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