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| Hintergrund: Haas und der Kampf um die Nummer 1 |
| Geschrieben von: Jonas Keinert |
| Sonntag, den 14. November 2010 um 11:47 Uhr |
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Hoffenheims Schlussmann über den Kampf um seinen Stammplatz, Angeln und seine Familie
Seit fünfeinhalb Jahren steht Daniel Haas bei der TSG unter Vertrag. Er ist der Dienstälteste unter den 1899-Spielern, doch sein Weg bei der TSG war alles andere als geradlinig. Immer wieder wurde er zurückgeworfen, musste sich seinen Platz im Team erkämpfen. In der zweiten Liga fiel er sogar vom Stammtorwart zurück hinter die damaligen Keeper Kirschbaum und Özcan. "Das war damals extrem, von Nummer 1 auf Nummer 3. Es war eine Ausnahmesituation." Haas bestritt die Hinrunde komplett und in der Rückrunde kein einziges Spiel mehr. Doch was als Erfahrung hängen blieb, klingt auf den ersten Blick ungewöhnlich: "Ich habe in den letzten Jahren gesehen, dass ich immer wieder meine Chance bekomme." Trotz Özcan, Hillenbrand, Kirschbaum, Hildebrand oder Starke, Haas steht am Sonntag gegen den SC Freiburg im Tor. Daniel Haas, das Hoffenheimer Stehaufmännchen. Ein Musterprofi an Einsatz im Training und professionellem Umgang mit seinen Teamkollegen. Der frischgebackene Familienvater nimmt's gelassen: "Ich würde mich selbst als bodenständig bezeichnen. Ich bin nicht verrückt. Man muss auch kein Verrückter sein, um so eine Situation zu verarbeiten. Ich komme gerne zum Training, bin gerne mit den Jungs zusammen und auch die Arbeit mit den Trainern macht Spaß. Aber die andere Seite ist, dass es mein Job ist. Ich habe einen Vertrag hier. Meine Aufgabe ist, Leistung zu bringen. Das versuche ich zu erfüllen." Gegen den SC Freiburg und voraussichtlich bis Weihnachten hat Haas Zeit, sich im TSG-Tor festzusetzen. Er hofft: "Im Moment fehlt mir noch die Spielpraxis. Wenn ich jetzt die Chance habe, drei, vier Spiele hintereinander zu machen, dann wird auch die Sicherheit kommen." Vor allem in der Strafraumbeherrschung und im Zusammenspiel sieht Haas bei sich Verbesserungsmöglichkeiten. Sein Ziel: Die Nummer eins, die er bereits auf dem Trikot trägt, auch gegen den Verletzten Starke zurückzuerobern: "Kampflos gebe ich die Nummer nicht her. Aus Prinzip nicht. Ich bin fünfeinhalb Jahre hier und habe schon viele Spiele für den Verein gemacht." Nicht arrogant wirkt es, wenn Haas das sagt. Er ist eher ruhig, reflektiert und findet: "Wenn ich etwas anderes sagen würde, würde ich mich selbst schlecht machen. Es muss mein Ziel sein, irgendwann die Nummer eins zu werden. Wenn ich mit der Nummer zwei zufrieden wäre, dann würde das nicht stimmen." Diese Ruhe und Zeit zum Nachdenken gewinnt Haas unter anderem aus seinem Hobby: Angeln. "Man hat dann viel Zeit zum Grübeln. Man hat Zeit für sich. Da kann man einige Sachen besser verarbeiten, als wenn man ständig jemanden um sich herum hat." Drei bis vier Stunden geht er in der Regel am Rhein bei Speyer angeln, versichert Haas, "aber nur, wenn wir einen Tag frei haben." Über seinen größten Fang in diesem Jahr muss Haas lächeln: "Ein Döbel. Es war ein schwieriges Jahr." Ein Vergleich zur sportlichen Situation kommt nicht infrage für den Keeper, der seinen 2010 auslaufenden Vertrag in Hoffenheim um 2 Jahre verlängern konnte. "Wenn ich irgendwann an den Punkt komme, an dem ich hier keine Perspektive mehr sehe, dann muss ich mich umschauen. Aber im Moment bin ich hier sehr zufrieden. Wenn in den nächsten Spielen der sportliche Erfolg noch dazukommt, dann bindet mich das noch mehr an den Verein. Ich kann mir vorstellen, hier noch länger zu bleiben." Er fühlt sich wohl im Kraichgau, sieht weiterhin bei der TSG seine Möglichkeiten und erklärt: "Auch privat hat sich bei mir etwas geändert durch meine Tochter. Ich möchte meiner Frau die Chance geben, mit der Kleinen die ersten Jahre in einem gewohnten Umfeld zu verbringen. Außerdem ist mir die Region ans Herz gewachsen und der Verein natürlich auch." Neun Monate ist seine Tochter Lena nun alt. Wenn ihr Papa am Sonntag auf dem Feld steht, wird sie das Spiel zwar auf der Tribüne verfolgen, aber "die Geräuschkulisse ist ihr aber noch zu laut, deshalb bleibt sie meistens im Vip-Raum." Es wird Haas recht sein, wenn die TSG-Fans am Sonntag nach dem Spiel etwas zu jubeln haben. |
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